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Pentagon: Syrische Qaida-Zelle plante Terroranschlag in Europa oder USA

Präsident Obama: "Wir werden Terroristen, die unser Volk bedrohen, keinen Zufluchtsort lassen" Zur Großansicht
DPA

Präsident Obama: "Wir werden Terroristen, die unser Volk bedrohen, keinen Zufluchtsort lassen"

Die USA haben bei ihren Luftangriffen in Syrien auch Stellungen der Qaida-Terrorgruppe Chorasan bombardiert. Die Extremisten standen laut Verteidigungsministerium davor, einen Anschlag in Europa oder den USA zu verüben.

Washington - Die Terrorgruppe Chorasan wollte nach Angaben des Pentagons ein Attentat in Europa oder den USA begehen. Die bisher weitgehend unbekannte Gruppe von Dschihadisten sei der "Ausführung einer Attacke" nahe gewesen, sagte Generalleutnant William Mayville am Dienstag.

Die Extremistengruppe sei mit ihrer Planung eines Attentats in ein "fortgeschrittenes Stadium" eingetreten, sagte auch ein hoher Regierungsbeamter. Die Dschihadisten hätten sich der "Phase der Ausführung" genähert. Aus diesem Grunde habe Präsident Barack Obama den Befehl zu Luftschlägen gegeben.

Auf die Gefahr durch die Chorasan-Terroristen gehe auch die zuletzt verfügte Erhöhung der Sicherheitsvorkehrungen auf Flügen in die USA zurück, sagte der Beamte. Die Islamisten würden versuchen, nach Syrien geströmte Kämpfer mit westlichen Reisepässen für ihre Zwecke zu rekrutieren.

Die US-Luftwaffe hatte am frühen Dienstagmorgen erstmals Ziele in Syrien bombardiert: Stellungen der Miliz "Islamischer Staat" (IS) und eben auch der Chorasan. Acht Ziele westlich von Aleppo seien angegriffen worden, meldete das US-Militär. Darunter seien Trainingscamps, Führungs- und Kontrollanlagen und eine Produktionsstätte, in der die Chorasan-Extremisten Sprengstoffe und Munition hergestellt hätten.

Nach Angaben von Menschenrechtlern sollen bei den Luftschlägen fünfzig Kämpfer der Terrorgruppe getötet worden sein. Bestätigt sind diese Meldungen nicht.

"Wir werden Terroristen keinen Zufluchtsort lassen"

Die Chorasan-Gruppe wurde im vergangenen Jahr von Qaida-Veteranen gegründet. Sie soll der "New York Times" zufolge von Muhsin al-Fadhli angeführt werden, einem der engsten Vertrauten des getöteten Qaida-Chefs Osama bin Laden. Es kursieren Gerüchte, dass al-Fadhli bei dem US-Angriff getötet worden sei.

Die Terrororganisation soll sich nach Syrien verlegt haben, um die dortige instabile Situation auszunutzen und Angriffe auf den Westen zu planen. "Wir werden Terroristen, die unser Volk bedrohen, keinen Zufluchtsort lassen", sagte US-Präsident Barack Obama in einer knappen Ansprache am Dienstagnachmittag vor seiner Abreise zum Klimagipfel nach New York.

Die nationale Sicherheit der USA werde "Schulter an Schulter" mit fünf arabischen Partnerländern verteidigt. Bei den Luftangriffen gegen IS-Stellungen in Syrien wurde Washington von Jordanien, Saudi-Arabien, den Vereinigten Arabischen Emiraten, Bahrain und Katar unterstützt.

Obama warnte, dass der Kampf in Syrien lange dauern werde. "Wir werden tun, was nötig ist", sagte er. So würden die USA, wie vom Kongress beschlossen, damit beginnen, als gemäßigt geltende syrische Rebellen zu bewaffnen und auszubilden.

Ein Sprecher des US-Verteidigungsministeriums erklärte, die nächtlichen Angriffe seien "erst der Anfang". Sie seien Teil einer "wirksamen, längerfristigen Kampagne", um die IS-Miliz zu schwächen und "am Ende zu zerstören".

Erdogan verspricht Unterstützung

Der Präsident der Türkei, Recep Tayyip Erdogan, sicherte im Fernsehsender NTV der von den USA geführten Allianz die nötige Unterstützung im Kampf gegen die IS-Terroristen zu. "Die Hilfe könnte militärisch oder logistisch sein", sagte er in New York.

Das syrische Regime reagierte zurückhaltend auf die Luftschläge. Präsident Baschar al-Assad erklärte am Dienstag laut syrischen Staatsmedien, sein Land unterstütze die internationalen Bemühungen im Kampf gegen den Terrorismus. Das Regime war über die US-Luftangriffe nach eigenen Angaben vorab von Washington informiert worden. In den vergangenen Wochen hatte Damaskus die USA vor eigenmächtigen Angriffen gegen die Extremisten in Syrien gewarnt.

Ziele von Luftangriffen auf den IS

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Luftangriffe in Syrien: Schlag gegen den "Islamischen Staat"


Fotostrecke
US-Bodentruppen in Syrien: Das hypothetische Szenario

Fläche: 185.180 km²

Bevölkerung: 22,265 Mio.

Hauptstadt: Damaskus

Staatsoberhaupt:
Baschar al-Assad

Regierungschef: Imad Khamis

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Fläche: 9.833.517 km²

Bevölkerung: 318,857 Mio.

Hauptstadt: Washington, D.C.

Staats- und Regierungschef: Barack Obama

Vizepräsident: Joseph R. Biden

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