Neue Pentagon-Angaben USA haben mehr Soldaten in Afghanistan als bisher bekannt

Bislang hieß es aus dem US-Verteidigungsministerium, in Afghanistan seien etwa 8400 amerikanische Soldaten stationiert. Nun wurde diese Zahl deutlich nach oben korrigiert.

US-Soldaten in Afghanistan (Archivbild)
REUTERS

US-Soldaten in Afghanistan (Archivbild)


Das US-Verteidigungsministerium hat mitgeteilt, dass sich deutlich mehr amerikanische Soldaten in Afghanistan befänden, als bislang öffentlich bekannt war. Derzeit seien rund 11.000 Militärangehörige in dem Land am Hindukusch stationiert, sagte der Direktor des Generalstabs, Kenneth F. McKenzie. Bislang hatte das Pentagon stets von 8400 Soldaten gesprochen.

Die neuen Angaben bedeuten keine Truppenerhöhung, sie gehen lediglich auf eine andere öffentliche Zählweise zurück. Dabei werden nach Angaben McKenzies nun etwa auch Militärangehörige berücksichtigt, die nur für eine kurze Zeit in Afghanistan sind.

Pentagon-Sprecherin Dana White sagte, Verteidigungsminister James Mattis habe sich dazu entschlossen, für Transparenz zu sorgen. Deshalb lege man nun die tatsächliche Zahl offen.

Im Raum steht aber auch noch eine Truppenerhöhung. US-Präsident Donald Trump hatte in der vergangenen Woche angekündigt, dass die USA ihr Engagement in Afghanistan verstärken wollen. Mattis beauftragte seinen Generalstabschef Joseph Dunford damit, ihm diesbezüglich Empfehlungen vorzulegen.

Der US-Einsatz in Afghanistan begann vor fast 16 Jahren. Die Sicherheitslage in dem Land hat sich zuletzt wieder verschlechtert: Allein seit Jahresbeginn sind mehr als 200.000 Menschen vor der Gewalt am Hindukusch geflohen - die Zahl dürfte nach Uno-Angaben weiter steigen.

Anfang dieser Woche waren mindestens neun Menschen bei einem Anschlag nahe der US-Botschaft in Kabul gestorben. Nur wenige Tage davor hatten Kämpfer der sunnitischen Terrormiliz "Islamischer Staat" in der Stadt eine schiitische Moschee überfallen, mindestens 29 Menschen getötet und mehr als 40 verletzt.

aar/dpa/Reuters

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sven2016 31.08.2017
1.
Eine bisher andere Zählweise .... Die öffentliche Information wird immer in die passende Richtung manipuliert, erst: es sind kaum noch Truppen dort, jetzt, da erhöht werden soll: Wir sind längst schon vorbereitet. Das verlorene Vertrauen in staatliche Aussagen kommt schon irgendwo her. Mit weniger als 100.000 Truppen wird sich die Lage in Afghanistan in absehbarer Zukunft nicht verändern.
ftraven 31.08.2017
2. Sinnlos am Hindukusch
Seit 16 Jahren befinden sich die USA mit Verbündeten in diesem Einsatz, der nichts gebracht hat, außer tausenden toten Soldaten und hunderttausenden anderen Toten und Verletzen. Jetzt befinden sich die Taliban, die Bestandteil dieses Landes sind, wieder auf dem Vormarsch und viele Provinzen sind in deren Hand. Dieses Land ist nur intern zu befrieden. Aber nachdem Trump angekündigt hat, jetzt wieder Taliban zu jagen, anstatt eine Lösung für dieses Land zu finden, wird alles noch schlimmer. Wie lange sollen die ausländischen Truppen dort bleiben? 100 Jahre?
Hans58 31.08.2017
3.
Zitat von ftravenSeit 16 Jahren befinden sich die USA mit Verbündeten in diesem Einsatz, der nichts gebracht hat, außer tausenden toten Soldaten und hunderttausenden anderen Toten und Verletzen. Jetzt befinden sich die Taliban, die Bestandteil dieses Landes sind, wieder auf dem Vormarsch und viele Provinzen sind in deren Hand. Dieses Land ist nur intern zu befrieden. Aber nachdem Trump angekündigt hat, jetzt wieder Taliban zu jagen, anstatt eine Lösung für dieses Land zu finden, wird alles noch schlimmer. Wie lange sollen die ausländischen Truppen dort bleiben? 100 Jahre?
Solange bis das UN-Mandat für ISAF ausläuft.
Celestine 31.08.2017
4.
Zitat von sven2016Eine bisher andere Zählweise .... Die öffentliche Information wird immer in die passende Richtung manipuliert, erst: es sind kaum noch Truppen dort, jetzt, da erhöht werden soll: Wir sind längst schon vorbereitet. Das verlorene Vertrauen in staatliche Aussagen kommt schon irgendwo her. Mit weniger als 100.000 Truppen wird sich die Lage in Afghanistan in absehbarer Zukunft nicht verändern.
Fox News berichtete schon am 21. April 2017, dass Trump 4.000 mehr Truppen nach Afghanistan schickte: "Trump approves sending 4.000 more troops to Afghanistan, senior official says". Trump will um jeden Preis siegen, so lautete seine Message an seine Generäle, daher die neuerliche Erhöhung der Truppen. Die USA hatten schon über 100.000 Soldaten in Afghanistan. Das hat nicht viel gebracht, warum sollte das jetzt funktionieren?
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