Videobotschaft Assange gründet WikiLeaks-Partei in Australien

In Australien können die Wähler schon bald ihr Kreuzchen bei WikiLeaks machen. Julian Assange verkündete in Melbourne die Gründung einer eigenen Partei - per Videobotschaft. Man wolle dafür sorgen, dass "die Politiker ehrlich bleiben".

WikiLeaks-Gründer Assange: Videobotschaft aus Großbritannien
DPA

WikiLeaks-Gründer Assange: Videobotschaft aus Großbritannien


Melbourne - Zuletzt war es ruhiger geworden um WikiLeaks. Doch seit der NSA-Affäre, ausgelöst durch Whistleblower Edward Snowden, ist auch die Enthüllungsplattform wieder im Gespräch. Nun wagt der Mitgründer der Plattform Julian Assange, den nächsten Schritt. Am Donnerstag teilte er per Videoschalte mit, dass er eine Partei in seiner Heimat Australien gegründet hat.

Die WikiLeaks-Partei setze sich vor allem für Transparenz ein, zitierte eine Parteisprecherin Assange bei der Gründungsveranstaltung in Melbourne. Die Partei werde dafür sorgen, "dass die Kerle ehrlich bleiben", sagte der Hacker, der seit mehr als einem Jahr in der ecuadorianischen Botschaft in London festsitzt, mit Blick auf andere Politiker.

Assange will selbst für einen Sitz im australischen Senat kandidieren. Fünf weitere Kandidaten wurden für Ämter in der zweiten Parlamentskammer nominiert. "Er sagte, er wolle nach Australien zurückkommen und sein Amt antreten", zitierte die Zeitung "Sydney Morning Herald" Parteisprecherin Samantha Cross. "Er hat Hoffnung, dass das funktioniert."

Assange war aus Furcht vor einer Auslieferung an Schweden in die Botschaft geflüchtet. Schwedische Ankläger werfen ihm Vergewaltigung vor. Assange hält dagegen, dass er wegen der Veröffentlichung vertraulicher diplomatischer und militärischer US-Dokumente auf WikiLeaks von Schweden an die USA ausgeliefert werden soll. Ecuador gewährte ihm Asyl, doch würde die britische Polizei ihn festnehmen, wenn er die Botschaft verließe, weil er Kautionsauflagen verletzt hat.

Hilfe für flüchtigen Snowden

WikiLeaks hatte zuletzt den flüchtigen Edward Snowden unterstützt. Unter anderem stellte die Plattform dem Ex-US-Geheimdienstler Anwälte zur Seite. Snownden hatte mit seinen Enthüllungen über die internationale Spionage der US-Geheimdienste einen Skandal ausgelöst. Er verbirgt sich seit Wochen vor den USA in der Transitzone des Moskauer Flughafens.

Australien sollte eigentlich am 14. September wählen. Doch nach einer Revolte in der Labor-Partei ist seit Ende Juni ein neuer Premierminister im Amt, Kevin Rudd. Er kann die Wahlen vorziehen oder verschieben.

jok/dpa



Forum - Diskutieren Sie über diesen Artikel
insgesamt 43 Beiträge
Alle Kommentare öffnen
Seite 1
dasbeau 25.07.2013
1. Video-Schalte
Schalte, Tanke, Schreibe, Putze, Denke.... Was ist aus der deutschen Sprache geworden...?
pariah_aflame 25.07.2013
2. merkwürdig
sollten die politiker nicht von NICHT-politikern kontrolliert werden? merkwürdige herangehensweise.
assimiliert 25.07.2013
3. gute idee
Zitat von sysopDPAIn Australien können die Wähler schon bald ihr Kreuzchen bei WikiLeaks machen. Julian Assange verkündete in Melbourne die Gründung einer eigenen Partei - per Videobotschaft. Man wolle dafür sorgen, dass "die Politiker ehrlich bleiben". http://www.spiegel.de/politik/ausland/per-videobotschaft-assange-gruendet-wikileaks-partei-in-australien-a-913016.html
wäre doch auch mal eine alternative für die BRD. es muss den politikern auf die finger geschaut werden, dann hätten wir viel weniger probleme. zudem sollte die antikorruptionscharta der vereinten nationen schleunigst unterschrieben werden, was eh schon eine schande ist, das es bis heute nicht ratifiziert wurde, dank cducsufdp
clausde 25.07.2013
4. Schachzug zur Freiheit?
Würde Assange dann als gewählter Politiker des australischen Parlament im Commonwealth-Mutterland UK Immunität genießen und somit nach AUS ausreisen können? Die Antwort fehlt leider in dem Artikel.
SysLevel 25.07.2013
5. A.
will sich also weiterhin drücken. Er betreibt einen aberwitzigen Aufwand, nur um sich vor einer simplen Befragung drücken zu können. Selbst in sein "Heimatland" will er nur mit diplomatischer Immunität zurückkehren. D.h. er stellt sich nicht nur nicht in Schweden, sondern noch nicht mal in Australien seiner Verantwortung.
Alle Kommentare öffnen
Seite 1

© SPIEGEL ONLINE 2013
Alle Rechte vorbehalten
Vervielfältigung nur mit Genehmigung der SPIEGELnet GmbH


TOP
Die Homepage wurde aktualisiert. Jetzt aufrufen.
Hinweis nicht mehr anzeigen.