Außenministerium Personalrat lehnt Schavan als Vatikan-Botschafterin ab

Als Botschafterin im Vatikan soll Ex-Bildungsministerin Schavan eine neue Aufgabe bekommen. Doch laut einem Zeitungsbericht kritisiert der Personalrat des Auswärtigen Amtes Schavan als unzureichend qualifiziert. Das Ministerium dürfte nicht zur "Versorgungsanstalt" für Politiker werden.

Ex-Ministerin Schavan: Fehlende Eingangsvoraussetzungen?
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Ex-Ministerin Schavan: Fehlende Eingangsvoraussetzungen?


Berlin - Gegen die Berufung von Ex-Bildungsministerin Annette Schavan (CDU) zur Vatikan-Botschafterin gibt es laut "Bild" Widerstand im Außenministerium. Schavan fehlten die "Eingangsvoraussetzungen für den höheren Auswärtigen Dienst", zitiert die Zeitung aus einem internen Schreiben des Personalrats. Das Auswärtige Amt dürfe grundsätzlich nicht zur "Versorgungsanstalt" für Politiker werden.

"Der gute Ruf und die Professionalität des Auswärtigen Amtes gründen nicht zuletzt auf dem Prinzip, Leiterstellen an Auslandsvertretungen mit Berufsdiplomaten zu besetzen", heißt es dem Bericht zufolge in dem Schreiben. Aus dem Brief gehe auch hervor, dass die frühere Staatsministerin im Auswärtigen Amt, Cornelia Pieper (FDP), in Zukunft das deutsche Generalkonsulat in Danzig leiten solle.

Schavan war wegen Plagiatsvorwürfen in ihrer Dissertation von der Universität Düsseldorf der Doktortitel aberkannt worden. Dagegen klagt sie. Außer dem Titel hatte sie keinen anderen akademischen Abschluss erworben. Im März wird der Fall vor Gericht verhandelt.

Gegen Schavans Berufung als deutsche Vatikan-Botschafterin macht auch eine Gruppe konservativer Katholiken Front. Die engagierte Katholikin Schavan hatte sich für Reformen in der katholischen Kirche eingesetzt, unter anderem in der Frage des Zölibats.

dab/dpa

Forum - Diskussion über diesen Artikel
insgesamt 34 Beiträge
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pierrotx 23.02.2014
1. Gesunder Menschenverstand
Na Gott sei Dank gibt es auch noch ein paar Leute, denen es um die Sache selbst und um fachliche Qualifikation geht. Die sucht man bei der Dame vergeblich. Viele grübeln noch heute darüber welche Qualifikationen sie in ihre vorherigen Ämter brachten. Die Süddeutsche meinte zwar der Dame diplomatische Fähigkeiten auf Grund ihrer bisherigen Laufbahn zuschreiben (im wahrsten Sinne des Wortes) zu müssen. Wirkliche Fachkompetenz konnte jedoch offensichtlich nicht mal der Wohlgesonnenste finden. Also bliebe tatsächlich der nur der Versorgungszweck nicht zu Gunsten der Bundesrepublik als Arbeitgeber, sondern nur zu Gunsten......
danubius 23.02.2014
2. Gut und Recht so!
Hoffentlich hat der Personalrat des AA eine ausreichend starke Lobby, um diese mögliche Fehlbesetzung zu verhindernd Ihr Glaube allein genügt für diesen Job nicht, eine gewisse Professionalität als Diplomatin muss auch vorhanden sein. Aber vielleicht gibt's ja in Brüssel zur Verstärkung der Baden-Württemberg-Connection noch eine freie Stelle für sie … einfach mal Öttinger fragen…Ich habe da keine Bange, irgendwo wird sie schon noch ein finanziell gut dotiertes Pöstchen zugeschoben bekommen.
franz.v.trotta 23.02.2014
3. Das hat Schavan nicht verdient
Frau Schavan ist in der Tat in keiner Weise für das Amt der Botschafterin im Vatikan qualifiziert; aber sie hat eine mächtige Fürsprecherin: die Kanzlerin. Diese scheint auch nicht zu stören, dass ihrer Kandidatin von der Universität Düsseldorf der Doktorgrad wegen Betrugs aberkannt worden ist. Offenbar soll Schavan ins hohe Amt gehievt werden, bevor das Gericht den Entzug des Doktortitels bestätigt; damit ist mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit zu rechnen. -- Gelingt der Coup bei Schavan, wird möglicherweise anschließend zu Guttenberg zum deutschen Botschafter in den USA ernannt.
charly136 23.02.2014
4. ....und jetzt wohin mit
der Loyalität in Person von Angela? Dass Personalrat von Auswärtigen Amt diese Option mit der Begründung: "....fehlender Eingangsvoraussetzungen und Versorgungsanstalt ablehnt"? Gibt zwei Argumente zu dieser Entscheidung: a) Ausführungen sind richtig....? b) fürchten leitende Mitarbeiter um ihren Platz auf dem eingewachsenen Beamten-Sessel...?
tiberiustacitus 23.02.2014
5. Schade
Leider erlebt nun auch Frau Schavan das Elend aller derer, die ohne Berufsabschluss im höheren Alter nach einer Beschäftigung suchen. Es wird aber doch in Rom sicherlich ein Frauenkloster geben. Großes Tor auf, Schavan rein, Tür wieder zu. Und schon wäre das Problem für alle Zeit und zu aller Zufriedenheit gelöst.
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