Einsatz von Todesschwadronen Perus Ex-Präsident Fujimori muss wieder vor Gericht

Erst kürzlich wurde Alberto Fujimori begnadigt. Doch jetzt gibt es erneut einen Prozess gegen Perus Ex-Präsidenten. Es geht um den Mord an sechs Bauern.

Alberto Fujimori
REUTERS

Alberto Fujimori


Trotz seiner vor knapp zwei Monaten erfolgten Begnadigung muss Perus Ex-Präsident Alberto Fujimori sich erneut vor Gericht verantworten. Der Nationale Strafgerichtshof in Lima ordnete einen neuen Prozess wegen eines Massakers an sechs Bauern im Jahr 1992 an.

Der 79-jährige Politiker war wegen Menschenrechtsverbrechen während seiner Amtszeit zu 25 Jahren Haft verurteilt worden. Nach seiner Begnadigung durch Präsident Pedro Pablo Kuczynski an Heiligabend kam er Anfang des Jahres frei.

Der Gnadenerlass bezieht sich nach Angaben des Nationalen Strafgerichtshofs nur auf die Menschenrechtsverbrechen, für die Fujimori verurteilt wurde, nicht aber auf den Fall von 1992.

Die Staatsanwaltschaft hatte beantragt, dem Ex-Präsidenten und 23 weiteren Verdächtigen wegen der Tötung der Bauern durch Todesschwadronen den Prozess zu machen. Sie fordert auch in diesem Fall 25 Jahre Haft für Fujimori wegen Entführung, Mordes und Bildung einer kriminellen Vereinigung.

Bei den anderen Beschuldigten handelt es sich um ehemalige Paramilitärs und Armeeangehörige. Bei einer Großoffensive gegen die Guerillagruppe Leuchtender Pfad hatte die vor allem aus Militärs bestehende "Colina-Gruppe" am 29. Januar 1992 sechs Bewohner des Dorfes Pativilca im Norden Perus entführt und ermordet. Verantwortlich waren Todesschwadronen, die die Regierung gegen linksextreme Guerilla-Gruppen einsetzte.

Fujimoris Anwalt Miguel Pérez sagte dem Fernsehsender RPP, der Ex-Präsident werde in diesem Fall "als einer der Beschuldigten" geführt. Sein Versuch, Fujimori in dem neuen Fall als Zeugen zu behandeln, sei gescheitert. Gegen diese Entscheidung des Gerichts wolle er Widerspruch einlegen.

Fujimori hatte Peru von 1990 bis 2000 mit harter Hand regiert. 2007 wurde er der Bestechung, des mehrfachen Mordes, des Einsatzes von Todesschwadronen und anderer schwerer Menschenrechtsverbrechen für schuldig befunden und zu 25 Jahren Gefängnis verurteilt.

als/AFP



zum Forum...
Sagen Sie Ihre Meinung!

© SPIEGEL ONLINE 2018
Alle Rechte vorbehalten
Vervielfältigung nur mit Genehmigung der SPIEGELnet GmbH


TOP
Die Homepage wurde aktualisiert. Jetzt aufrufen.
Hinweis nicht mehr anzeigen.