Ollanta Humala Perus Ex-Präsident muss in Untersuchungshaft

Ein Korruptionsskandal erschüttert Lateinamerika: Drei Millionen Dollar sollen auch der frühere peruanische Präsident Humala und seine Frau angenommen haben.

Ollanta Humala und Nadine Heredia
AFP

Ollanta Humala und Nadine Heredia


Der frühere peruanische Präsident Ollanta Humala und seine Frau Nadine Heredia haben sich der Justiz gestellt. Ein Gericht in Lima hatte zuvor 18 Monate Untersuchungshaft für das Paar angeordnet. Grund für die Verhaftung waren die Bedenken des Richters, dass die beiden ins Ausland flüchten könnten.

Die Staatsanwaltschaft ermittelt gegen Humala und seine Frau wegen des Verdachts der Geldwäsche. Sie wirft ihnen vor, in den Korruptionsskandal um den brasilianischen Baukonzern Odebrecht verwickelt zu sein. Die Zahlungen des Unternehmens erschüttern derzeit ganz Lateinamerika. Das Unternehmen hat eingeräumt, Humalas Wahlkampf 2011 illegal mit drei Millionen Dollar - umgerechnet etwa 2,6 Millionen Euro - finanziert zu haben.

Offenbar Hunderte Millionen Dollar an Politiker gezahlt

Die Staatsanwaltschaft stützt sich bei ihren Ermittlungen vor allem auf Aussagen des Ex-Unternehmenschefs Marcelo Odebrecht, der in Brasilien wegen Korruption und Geldwäsche zu mehr als 19 Jahren Haft verurteilt wurde.

Wo der Baukonzern Odebrecht Schmiergeld gezahlt hat

(laut Aussagen vor Gericht, Angaben in Millionen US-Dollar)

Quelle: Amadeu Antonio Stiftung und Pro Asyl / Polizei / eigene Recherchen / dpa
Stand: 7. Januar 2016

Mehr als 800 Millionen Dollar flossen Odebrecht-Managern zufolge seit 2001 in die Taschen von lateinamerikanischen und afrikanischen Politikern, Managern und Staatsbeamten. Humala soll einer von ihnen sein. Die Staatsanwaltschaft vermutet, dass Humala und seine Frau das Geld zu ihrem persönlichen Vorteil verwendet haben.

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Odebrecht-Skandal: Diese Politiker werden beschuldigt

Perus Ex-Präsident hingegen versichert, keine illegalen Wahlkampfgelder angenommen zu haben und bezeichnete die Untersuchungshaft als "unfair". Bei Twitter schrieb er nach der Anordnung, das Gericht habe seine Macht missbraucht - das Paar werde seine Rechte verteidigen.

Kurz nach der Entscheidung des Gerichts stellten sich Humala und seine Frau - begleitet von einer Polizeieskorte. Der Verteidiger des Paares kündigte an, die Entscheidung anzufechten.

Humala regierte Peru von 2011 bis 2016. Gegen den früheren Offizier und Linksnationalisten wird seit Herbst 2016 ermittelt, gegen seine Frau bereits ein Jahr länger. Im vergangenen Jahr übernahm Pedro Pablo Kuczynskisein Amt.

slü/dpa/afp



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