Pedro Pablo Kuczynski Ex-Wall-Street-Banker ist Perus neuer Präsident

41.000 Stimmen mehr als die Konkurrentin - das war der Sieg: Pedro Pablo Kuczynski hat die Präsidentschaftswahl in Peru knapp gewonnen. Die Rechtspopulistin Keiko Fujimori musste sich geschlagen geben.

Wahlsieger Pablo Kuczynski
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Wahlsieger Pablo Kuczynski


Der Ex-Wall-Street-Banker Pedro Pablo Kuczynski hat die Präsidentschaftswahl in Peru gewonnen. Mit 50,1 Prozent der Stimmen setzte er sich in der Stichwahl knapp gegen die Rechtspopulistin Keiko Fujimori durch, die auf 49,9 Prozent der Stimmen kam. Dies teilte der Leiter der Wahlbehörde, Mariano Cucho, auf einer Pressekonferenz in Lima mit.

"Danke Peru! Es ist Zeit, für die Zukunft unseres Landes zusammenzuarbeiten", schrieb Kuczynski bei Twitter. Der 77-Jährige tritt damit die Nachfolge des amtierenden Staatschefs Ollanta Humala an. Der Vorsprung Kuczynskis belief sich nach dem vorläufigen Endergebnis auf nur 41.000 Stimmen - bei über 18 Millionen Wählern. Es ist das engste Wahlergebnis der Geschichte Perus.

Der frühere Konzern- und Finanzmanager hatte im Endspurt der Wahlkampagne aufgeholt, nachdem die Umfragen ihm noch eine Woche vor der Stichwahl eine Niederlage mit fünf Prozentpunkten Abstand vorausgesagt hatten. Seine Konkurrentin, die Tochter des inhaftierten Ex-Präsidenten Alberto Fujimori, hatte die erste Wahlrunde am 10. April mit 40 Prozent der Stimmen gewonnen. Kuczynski kam damals auf 21 Prozent.

Kuczynski profitierte nun von der starken Abneigung breiter Bevölkerungsschichten gegen Keiko Fujimori, die als politische Erbin ihres Vaters angesehen wird. Alberto Fujimori war wegen schwerer Menschenrechtsverletzungen während seiner Amtszeit zwischen 1990 und 2000 zu 25 Jahre Haftstrafe verurteilt worden.

Im 130 Mandate zählenden Parlament wird Kuczynski mit der absoluten Mehrheit der 73 Abgeordneten von Fujimoris Partei Fuerza Popular (Volkskraft) auskommen müssen. Der gewählte Präsident kann sich mit seiner Partei nur auf eine Fraktion von 18 Abgeordneten stützen. Das neue Staatsoberhaupt soll sein Amt am 28. Juli antreten.

vks/dpa/AFP



insgesamt 16 Beiträge
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bin_sammeln 10.06.2016
1.
Na das nenne ich mal wählen zwischen Pest und Cholera. Wall Street Banker und Rechtspopulistin
Emderfriese 10.06.2016
2. Alles in einer Hand
Das kann ja spannend werden: Ein "Ex-Wall-Street-Bänker" und die Partei eines zu 25 Jahren verurteilten Ex-Präsidenten führen Peru in die Zukunft. Da kann ja gar nichts schiefgehen: Goldman-Sachs und die Mafia Hand in Hand. By the way: Hat der Peru-Kuczynski eigentlich irgendetwas zu tun mit Jürgen Kuczynski?
Bürger Icks 10.06.2016
3. Feindliche Übernahme
Europa wird von einem Bankster diktiert(Goldman-Draghi), die Wallstreet hievt Clinton ins Amt, in Brasilien hat ein CIA-Agent die Macht übernommen, in Peru wird ein Wallstreet-Bankster Präsident, sieht keiner, wo das alles hinführt? Noch mehr Geld und Macht für die eh schon vermögenden Gierigen, noch mehr Ausbeutung und Ausnutzung der normalen Menschen.
Bueckstueck 10.06.2016
4.
Zitat von Bürger IcksEuropa wird von einem Bankster diktiert(Goldman-Draghi), die Wallstreet hievt Clinton ins Amt, in Brasilien hat ein CIA-Agent die Macht übernommen, in Peru wird ein Wallstreet-Bankster Präsident, sieht keiner, wo das alles hinführt? Noch mehr Geld und Macht für die eh schon vermögenden Gierigen, noch mehr Ausbeutung und Ausnutzung der normalen Menschen.
Ich sehe bei dir vorallem Wahnvorstellungen. Kann man aber behandeln.
BettyB. 10.06.2016
5. Multikulti
Kuczynski besiegt Fujimori. Ob das aber aus Sicht der armen Peruaner ein gutes Beispiel für Multikulti ist, kann bezweifelt werden...
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