Fall Peter Dahlin China lässt schwedischen Menschenrechtsaktivisten frei

Seit Anfang des Jahres war der Schwede Peter Dahlin in chinesischem Gewahrsam, ihm wurde die Gefährdung der nationalen Sicherheit vorgeworfen. Jetzt ist er frei. Doch die Sorge um das Schicksal eines weiteren Schweden in der Volksrepublik wächst.

Schwede Dahlin in einer Aufnahme des chinesischen Staatsfernsehens: Wieder frei
AP/CCTV

Schwede Dahlin in einer Aufnahme des chinesischen Staatsfernsehens: Wieder frei


Der schwedische Menschenrechtsaktivist Peter Dahlin ist nach Angaben der Regierung in Stockholm wieder auf freiem Fuß. Die schwedische Außenministerin Margot Wallström erklärte am Montag, sie begrüße die Freilassung Dahlins. Diese sei das "Ergebnis enger Kontakte" zwischen dem schwedischen Außenministerium und Vertretern der Volksrepublik China.

Dahlin war am 3. Januar auf dem Weg zum Pekinger Flughafen verschwunden, er wollte nach Thailand fliegen. Seine Organisation, die Chinese Urgent Action Working Group, berät chinesische Bürger in juristischen Fragen und bildet Menschenrechtsanwälte aus.

Das staatliche chinesische Fernsehen CCTV zeigte vergangene Woche ein Video Dahlins: Darin räumt er ein, "durch meine Aktivitäten hier chinesische Gesetze verletzt zu haben". Er könne sich nicht beschweren, seine Behandlung durch die Behörden sei "fair". Die staatliche Nachrichtenagentur Xinhua nannte den inszenierten TV-Auftritt ein Geständnis. Bei Dahlins Bekannten sorgte das Video für Empörung.

Sorge um einen weiteren Schweden in China

Außenministerin Wallström erklärte nun, sie sei weiterhin "sehr besorgt" über das Schicksal eines anderen Schweden in China. Gui Minhai, Mitarbeiter eines pekingkritischen Verlags in Hongkong, kehrte demnach Ende vergangenen Jahres nicht von einer Reise nach Thailand zurück.

Vor einer Woche "gestand" er im chinesischen Staatsfernsehen, vor elf Jahren in China betrunken Auto gefahren zu sein und einen tödlichen Unfall verursacht zu haben. Nun sei er nach China zurückgekehrt, um sich seiner "rechtlichen Verantwortung" zu stellen. Wallström zufolge bemüht sich Stockholm weiterhin darum ein "klares Bild" von Guis Lage sowie eine Besuchserlaubnis für ihn zu bekommen.

aar/AFP/Reuters

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