Zurückgetretener CIA-Chef: Petraeus will über Bengasi-Anschlag aussagen

Trotz seines Rücktritts als CIA-Chef will er zum heikelsten außenpolitischen Vorfall der vergangenen Monate aussagen: David Petraeus stellt sich offenbar den Fragen eines US-Senatsausschusses zur Terrorattacke in Bengasi, bei dem der US-Botschafter und drei weitere amerikanische Diplomaten starben.

Ex-CIA-Chef Petraeus: Aussage vor Senatsausschuss? Zur Großansicht
AFP

Ex-CIA-Chef Petraeus: Aussage vor Senatsausschuss?

Washington - Der US-Botschafter und drei weitere amerikanische Diplomaten kamen bei der Attacke ums Leben: Jetzt will sich der zurückgetretene CIA-Chef David Petraeus zu dem Vorfall vor einem Senatsausschuss äußern. Die demokratische Senatorin Dianne Feinstein, Vorsitzende des Ausschusses für Nachrichtendienste, erkärte am Mittwoch, dass Petraeus seine Bereitschaft zu einer Aussage signalisiert habe. Petraeus war am vergangenen Freitag wegen einer außerehelichen Beziehung zurückgetreten.

Der Geheimdienst CIA war wegen der Attacke auf das US-Konsulat am 11. September in die Kritik geraten, weil er danach nicht rasch deutlich gemacht habe, dass es sich um einen Terroranschlag gehalten haben soll.

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David Petraeus: Der Vorzeige-General und die Elite-Soldatin
Knapp eine Woche nach seinem Rücktritt wegen Ehebruchs werden erste Namen für die Nachfolge von Petraeus gehandelt. Der TV-Sender CBB tippt unter anderem auf Michael Morell, der den US-Geheimdienst seit Petraeus' Abgang kommissarisch leitet. Aber auch die demokratische Kongressabgeordnete und Sicherheitsexpertin Jane Harman wird genannt - sie wäre die erste Frau an der Spitze des Geheimdienstes.

Für den Geheimdienstveteranen Morell spricht laut CNN etwa sein Einsatz zur Tötung des Qaida-Chefs Osama Bin Laden. Allerdings war Morell bereits unter dem republikanischen Präsidenten George W. Bush ein hoher CIA-Vertreter. Die CIA-Pannen vor den Qaida-Terroranschlägen vom 11. September 2001 und bei der Bewertung des Waffenprogramms des irakischen Präsidenten Saddam Hussein sowie der Folterskandal im Irak-Krieg könnten sich für Morell nun nachteilig auswirken, hieß es. Gehandelt werden außerdem Michael Vickers, der höchste für Geheimdienstagenten zuständige Beamte im US-Verteidigungsministerium. Ein weiterer Kandidat sei John Brennan, derzeit Obamas Top-Berater für Terrorbekämpfung. Der Präsident hatte ihn eigentlich bereits 2008 zum CIA-Chef machen wollen, meinte CNN.

hen/dpa/dapd

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1. Generalsaussage
beblein 14.11.2012
Ueber diesen Zirkus gibt es nichts anderes als laut lachen! Bildet sich auch nur eine Person ein, der wird etwas zu Papier bringen was Obama schadet? Diese Witzfigur verteigigt Amerika, man muss brechen.
2.
larry mannino 14.11.2012
...steht hier oben. Bis jetzt bleibt SPON uns einer Erklärung schuldig: Ist Ehebruch in den USA ein Verbrechen ??? Wieso muss den CIA-Chef "wegen Ehebruchs" zurücktreten????
3.
lord.helmchen 15.11.2012
Zitat von larry mannino...steht hier oben. Bis jetzt bleibt SPON uns einer Erklärung schuldig: Ist Ehebruch in den USA ein Verbrechen ??? Wieso muss den CIA-Chef "wegen Ehebruchs" zurücktreten????
Weil ein ziemlich großer Teil der US-Amerikaner ein bigottes, angeblich gottesfürchtiges und verlogenes Völkchen sind. Das ist jetzt kein Amerika-bashing, falls wieder irgend so ein Hurra-USA-Typ mit diesem Scheiß anfangen will, es ist einfach so. Es gibt ja eben auch vernünftige US-Amerikaner - zumindest etwas über 50%, wie uns die Wahlen gezeigt haben. Der ganze Bible-Belt und viele andere ländliche Gegenden unterscheiden sich doch lediglich darin vom Iran, dass hier Christen und da Moslems sind - und das im Iran im stillen Kämmerlein wahrscheinlich prozentual erheblich weniger Iraner von dem Quatsch der Mullahs überzeugt sind als in den USA US-Amerikaner von dem Blödsinn, den Ihnen Ihre Prediger, Republikaner und Teebeutel einflüstern. Und noch was - Ahmedinedschad ist bescheuert - richtig. Aber wenn man überlegt, dass er aus kleinen Verhältnissen stammt im Gegensatz zu G.W. Bush, muss es doch jedem, selbst einem prall gefüllten Teebeutel, klar sein, dass "der Irre von Teheran" von der Intelligenz her G.W. um einiges überlegen war, ist und immer sein wird. Ich weiß, dass G.W. in diesen Zusammenhang nicht hineingehört - man würde ihn sowieso am Besten, wenn er stirbt, irgendwo still und heimlich ohne Grabstein unter die Erde bringen, damit sich keiner mehr an ihn erinnern muss, aber seine Dämlichkeit ist eben bezeichnend für diese Leute. Er ist ein wunderbares Negativbeispiel des US-Amerikaners, was diese eigentlich, zumindest die Hälfte von Ihnen, wirklich nicht verdient haben. Helmchen
4. Pleite, Pech und Pannen?
wernerthurner 15.11.2012
"Allerdings war Morell bereits unter dem republikanischen Präsidenten George W. Bush ein hoher CIA-Vertreter. Die CIA-Pannen vor den Qaida-Terroranschlägen vom 11. September 2001.." Wer nach all den Informationen (die natuerlich die regierungsamtliche 911 Komission nicht gegeben hat), immer noch verbreitet, dass z.B. CIA (aber auch FBI) nicht in 9/11 mitverwickelt ist, dem/der kann man nur Faktenresistenz bzw. voellige Uninformiertheit bescheinigen. Wenn Petraeus tatsaechlich zu Benghasi aussagen will, was war dann der wirkliche Ruecktrittsgrund?
5. optional
konexia 25.01.2013
Bei vielen Amis verhält sich die Menge der Prüderie reziprok zu der des Verstandes.
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