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Petrobras: Brasiliens Regierungspartei PT unter Korruptionsverdacht

  Petrobras-Zentrale in Rio de Janeiro: Seit Frühjahr 2014 wird ermittelt  Zur Großansicht
REUTERS

Petrobras-Zentrale in Rio de Janeiro: Seit Frühjahr 2014 wird ermittelt

Der Korruptionsskandal um den brasilianischen Ölmulti Petrobras weitet sich aus: Ein Ex-Manager erhebt schwere Vorwürfe gegen die regierende Partei. Hohe Funktionäre sollen insgesamt 150 bis 200 Millionen Dollar Schmiergeld angenommen haben.

Brasilia - Die illegalen Finanzgeschäfte beim brasilianischen Ölmulti Petrobras bringen die brasilianische Regierung in Bedrängnis: Brasiliens Regierungspartei PT sieht sich mit massiven Korruptionsvorwürfen konfrontiert. Die Partido dos Trabalhadores soll von 2003 bis 2013 bei 90 Verträgen des staatlich kontrollierten Ölmultis Petrobras 150 bis 200 Millionen Dollar an Schmiergeldern kassiert haben. Das sagte ein Ex-Manager von Petrobras bei Vernehmungen, wie brasilianische Medien übereinstimmend berichteten. Die Aussage stammt vom November und wurde nun publik.

Die Partei von Präsidentin Dilma Rousseff hatte eine Verwicklung in den Korruptionsskandal um Petrobras, dem größten Unternehmen des Landes, stets zurückgewiesen. Am Donnerstag erklärte PT-Finanzchef João Vaccarri Neto nach seiner Vernehmung bei der Polizei, dass alle Fragen des Ermittlungsbeamten geklärt worden seien. Details nannte er nicht. Auch er soll nach Angaben des Ex-Petrobras-Managers Schmiergeld in Millionenhöhe angenommen haben.

Die Ermittlungen in der sogenannten "Petrolão"-Affäre laufen seit Frühjahr 2014. Dabei geht es um Geldwäsche, Untreue, Kartellbildung und Korruption in Milliardenhöhe. Unter anderem soll von 2004 bis 2012 durch überhöhte Vertragsabschlüsse bei Petrobras-Projekten Geld an politische Parteien geflossen sein - vor allem an die regierende Arbeiterpartei PT von Präsidentin Dilma Rousseff. Die Staatsanwaltschaft prüft Unregelmäßigkeiten in Milliarden-Höhe. Diese Woche hatte Petrobras-Chefin Maria das Graças Foster ihren Rücktritt erklärt. Am Freitag soll eine neue Unternehmensspitze gewählt werden.

Präsidentin Rousseff hat enge Beziehungen zum Konzern: Sie hatte von 2003 bis 2010 im Verwaltungsrat von Petrobras gesessen, bevor sie ihr Amt niederlegte, um als Staatsoberhaupt zu kandidieren. Am 1. Januar wurde sie für eine zweite Amtszeit vereidigt.

brk/dpa

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1. Korruption wieder bei Politikern mit den grossen Firmen
raber 05.02.2015
Frau Roussef hat fast 8 Jahre im Verwaltungsrat gesessen und nichts mitgekriegt. Herr Lula wird erstaunlicherwesie bei diesem ganzen Korruptionskomplex Brasiliens, das sich ja nicht nur auf Petrobras beschränkt, von der europäischen Presse überhaupt nicht erwähnt. Nun wird auch die PT genannt aber immer noch kein Herr Lula, der ewige Chef dieser Partei.
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