Philippinen Extremisten haben deutschen Segler entführt

Die Islamistengruppe Abu Sayyaf brüstet sich damit, einen 70-jährigen Deutschen entführt und seine Partnerin getötet zu haben. Laut philippinischem Militär ist bislang keine Lösegeldforderung eingegangen.


Die islamistische Terrororganisation Abu Sayyaf hat auf den Phillippinen ein deutsches Seglerpaar überfallen. Die Frau, 59, wurde ermordet, ihr Ehemann, 70, entführt.

Das Paar sei am Samstag auf einer Jacht vor der Küste der südlichen Provinz Tawi-Tawi überfallen worden, sagte ein regionaler Sprecher des philippinischen Militärs, Filemon Tan. Soldaten hätten das verlassene Boot mit der Leiche der Frau am Sonntag vor der nahegelegenen Provinz Sulu entdeckt - dorthin haben Anhänger der Abu Sayyaf bereits in der Vergangenheit Geiseln gebracht.

Die Leiche habe Schusswunden aufgewiesen. Laut Tan reklamierte Extremisten-Vertreter Muamar Askali die Tat für die Gruppe. Eine Lösegeldforderung soll zunächst nicht eingegangen sein.

Abu Sayyaf kämpft nach eigenen Angaben für mehr Autonomie auf den mehrheitlich katholischen Philippinen. Die Gruppe wurde in den Neunzigerjahren gegründet. Sie ist für die verheerendsten Terrorangriffe auf den Philippinen verantwortlich.

Die Extremisten wurden durch die Entführung zahlreicher Ausländer bekannt - Lösegelderpressung ist eine der Haupteinnahmequellen für Abu Sayyaf. Im Oktober 2014 ließen sie zwei Deutsche nach einem halben Jahr in Geiselhaft frei. Die Islamisten erklärten, sie hätten mehr als fünf Millionen Dollar Lösegeld für das Paar erhalten. Offiziell bestätigt ist das nicht. Im September dieses Jahres wurde ein Norweger nach einjähriger Geiselhaft entlassen. Zwei andere Gefangene wurden dagegen enthauptet.

aar/cte/AP/dpa



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