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Entführung: Philippinische Separatisten drohen mit Ermordung deutscher Geiseln

Eine Terrorgruppe auf den Philippinen hat seit Monaten zwei deutsche Segler in ihrer Gewalt. Nun setzen die Entführer der Bundesregierung ein Ultimatum. Sie fordern Lösegeld und ein Ende des Kampfes gegen den "Islamischen Staat".

Manila - Die Sorge um zwei deutsche Geiseln auf den Philippinen wächst. Die Terrorgruppe Abu Sayyaf, die die beiden Segler in ihrer Gewalt hat, droht damit, einen der beiden Gefangenen zu töten, falls die Bundesregierung nicht auf ihre Forderungen eingeht. Die Opfer, ein 71-Jähriger und eine 55-Jährige, wurden im April von ihrer Jacht verschleppt. Vermutlich werden sie in der südphilippinischen Provinz Sulu festgehalten.

In einer im Internet verbreiteten Botschaft verlangen die Entführer unter anderem die Zahlung von umgerechnet mehr als vier Millionen Euro. Außerdem soll Deutschland seine Unterstützung für die USA im Kampf gegen den "Islamischen Staat" (IS) im Irak und in Syrien stoppen. Die Geiselnehmer setzen ein Ultimatum von 15 Tagen - bis dahin müssten ihre Forderungen erfüllt werden.

Die Gruppe Abu Sayyaf hatte den IS-Terroristen in den vergangenen Tagen ihre Loyalität zugesichert. Die Organisation kämpft für eine Abspaltung eines muslimischen Staates von den überwiegend katholischen Philippinen. In ihren Händen werden mehrere ausländische Geiseln vermutet.

Deutschland will Anti-IS-Koalition weiter unterstützen

Die Extremisten erpressten in der Vergangenheit mehrfach Geld, um ihren bewaffneten Kampf auf den Philippinen zu finanzieren. Im Jahr 2000 verschleppten Abu-Sayyaf-Terroristen die deutsche Familie Wallert und andere Touristen von einer Taucherinsel in Malaysia nach Jolo. Die Wallerts kamen erst nach mehr als drei Monaten frei. Zuvor hatte Libyen den Separatisten pro Kopf eine Million Dollar als "Entwicklungshilfe" gezahlt. Die Bundesregierung kommentierte das seinerzeit nicht.

Bisher standen politische Forderungen selten im Mittelpunkt von Geiselnahmen durch Abu Sayyaf. Eine Sprecherin des Auswärtigen Amts in Berlin sagte, es werde weiterhin an der Freilassung der Geiseln gearbeitet. "Wir haben einen Krisenstab, der sich mit dem Fall befasst. An unserer Politik in Syrien und im Irak wird sich deshalb auch nichts ändern."

syd/dpa

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Fläche: 300.000 km²

Bevölkerung: 101,803 Mio.

Hauptstadt: Manila

Staats- und Regierungschef: Rodrigo Duterte

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