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Entführtes Paar: Deutsche Geiseln auf den Philippinen sind frei

Die angedrohte Ermordung deutscher Geiseln auf den Philippinen ist abgewendet: Die Entführer haben das Paar aus Hessen nach einem halben Jahr Gefangenschaft freigelassen.

Manila - Die auf den Philippinen entführten Deutschen sind wieder in Freiheit. "Wir sind erleichtert, bestätigen zu können, dass die beiden Deutschen nicht mehr in der Hand ihrer Entführer sind", sagte eine Sprecherin des Auswärtigen Amts. "Die beiden Deutschen befinden sich gegenwärtig in der Obhut von Mitarbeitern der Botschaft Manila."

Die Entführer sollen auch einen Teil des verlangten Lösegeldes erhalten haben, wie unter anderem die philippinische Zeitung "Phil Star" meldet. Dies bestätigte ein Abu-Sayyaf-Sprecher, der sich Abu Rami nennt, auch im Gespräch mit dem lokalen Radiosender DXRZ. Angaben zur Höhe der Zahlung machte er nicht.

Die islamistische Terrorgruppe hatte vor einem halben Jahr einen 72 Jahre alten Arzt und dessen 55-Jährige Lebensgefährtin aus Hessen von ihrer Segeljacht östlich der Philippinen entführt.

Ursprünglich hatten die Extremisten damit gedroht, einen der Gefangenen bis Freitagnachmittag um 15 Uhr (9 Uhr MESZ) zu töten. Um das zu verhindern, hatte die philippinische Armee einem Bericht der Nachrichtenagentur dpa zufolge am Freitag 3000 Soldaten auf eine Insel geschickt, wo die Geiseln und ihre Entführer vermutet werden.

Steinmeier schickte seinen Krisenbeauftragten

Die Extremisten hatten neben dem Lösegeld auch gefordert, dass Deutschland den Kampf gegen die Terrormiliz "Islamischer Staat" nicht weiter unterstütze. Das bislang letzte Lebenszeichen des entführten Paares gab es Ende September: Die Geiselnehmer hatten bei DXRZ angerufen und die beiden zu Wort kommen lassen: Das Paar bat die Regierungen in Berlin und Manila um Hilfe

Das Auswärtige Amt bestätigte bereits am Freitagvormittag, dass der Krisenbeauftragte der Bundesregierung, Rüdiger König, von Außenminister Frank-Walter Steinmeier direkt in die Region entsandt worden sei. Der Diplomat solle "an allem teilnehmen, was dem Ziel dient, die beiden deutschen Entführten aus den Händen von Abu Sayyaf freizubekommen". Die Behörde rät zudem weiter, vor allem die philippinische Insel Mindanao wegen der Gefahr von Geiselnahmen zu meiden.

Abu Sayyaf kämpft im muslimischen Süden der sonst überwiegend katholischen Philippinen für einen eigenen Staat. Die Gruppe hat dem dschihadistischen "Islamischen Staat" ihre Verbundenheit erklärt. Immer wieder erpresste sie in der Vergangenheit mit Hilfe von Geiseln Geld, um ihren Kampf zu finanzieren. Nach Überzeugung der philippinischen Geheimdienste befinden sich noch zehn weitere Geiseln in der Hand von Abu Sayyaf. Vermisst werden zwei Vogelbeobachter aus den Niederlanden und der Schweiz sowie zwei Malaysier und ein Japaner.

mxw/sev/Reuters/dpa

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Fläche: 300.000 km²

Bevölkerung: 101,803 Mio.

Hauptstadt: Manila

Staats- und Regierungschef: Benigno Aquino

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