Philippinen Präsidentin Arroyo schafft die Todesstrafe ab

Unmittelbar vor ihrem Besuch im Vatikan hat die philippinische Präsidentin Arroyo ein Gesetz zur Abschaffung der Todesstrafe unterzeichnet. Damit werden 1200 Todesurteile in lebenslange Haftstrafen umgewandelt.


Manila - Präsidentin Gloria Arroyo setzte ihre Unterschrift am Samstag im Präsidentenpalast in Manila unter das Gesetz, das Anfang Juni die zweite Kammer des Parlaments passiert hatte. Die Insassen der Todeszellen müssen ihre lebenslangen Haftstrafen nun ohne die Möglichkeit einer Begnadigung verbüßen. Als tiefgläubige Katholikin ist die Staatschefin eine erklärte Gegnerin von Hinrichtungen. Morgen soll Arroyo von Papst Benedikt XVI. in Rom zu einer Audienz empfangen werden.

Präsidentin Gloria Arroyo: Ende der Todesstrafe auf den Philippinen
DPA

Präsidentin Gloria Arroyo: Ende der Todesstrafe auf den Philippinen

Die Todesstrafe war auf den Philippinen 1994 für besonders schwer wiegende Verbrechen eingeführt worden. 1999 und 2000 wurden insgesamt sieben verurteilte Straftäter hingerichtet. Auf Druck der katholischen Kirche, der Europäischen Union und von Menschenrechtsgruppen beschloss Manila dann ein Moratorium. Auch auf den Philippinen lebender Deutscher, der nach einem Amoklauf wegen dreifachen Mordes angeklagt ist, hatte mit der Todesstrafe rechnen müssen.

phw/AFP/dpa



© SPIEGEL ONLINE 2006
Alle Rechte vorbehalten
Vervielfältigung nur mit Genehmigung


TOP
Die Homepage wurde aktualisiert. Jetzt aufrufen.
Hinweis nicht mehr anzeigen.