Polizeigewalt unter Duterte "Ihr seid frei, diese Idioten zu erschießen"

Mehr als tausend Menschen haben auf den Philippinen gegen tödliche Polizeigewalt demonstriert. Präsident Duterte zeigte sich unbeeindruckt - und gibt seinen Sicherheitskräften erneut Schießbefehl.

Präsident Duterte
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Drogenkriminelle, Menschenrechtler - und jetzt auch "Idioten": Die Liste der Menschen, die der philippinische Präsident tot sehen will, wird immer länger. Während seiner Rede zum Ehrentag für Nationalhelden sagte er in Richtung der Polizei: "Eure Pflicht ist es, die Gegenwehr derjenigen zu ersticken, die ihr festnehmen wollt. Ihr seid frei, diese Idioten (jene, die sich zur Wehr setzen, d. Redaktion) zu erschießen, das ist mein Befehl an euch."

Zugleich stellte er fest, dass ungerechtfertigte Morde durch die Polizei nicht erlaubt seien. Zuletzt hatte der gewaltsame Tod eines Teenagers auf den Philippinen für Aufsehen gesorgt. Der 17-jährige Kian Loyd Delos Santos war vor etwa zwei Wochen von Polizisten umgebracht worden. Eine Autopsie ergab, dass der Junge von hinten erschossen wurde. Mehr als tausend Menschen gingen aus Protest dagegen auf die Straße.

Tötungen in Manila und Umgebung in der vergangenen Woche
SPIEGEL ONLINE

Tötungen in Manila und Umgebung in der vergangenen Woche

Seit Dutertes Vereidigung vor 13 Monaten wurden mehr als 7000 Menschen bei Polizeirazzien und durch Auftragskiller ermordet. Der Präsident hatte sein Amt mit dem Versprechen angetreten, die Drogenkriminalität im Land auszumerzen. Es gebe drei Millionen Drogenkriminelle im Land, sagte er. Und: "Ich würde sie gerne alle abschlachten."

Auch Menschenrechtler, die seinen blutigen Kurs verurteilten, dürften getötet werden, sagte er vor wenigen Wochen. Phelim Kine von Human Rights Watch zeigt sich darüber sehr besorgt. "Wir nehmen das ernst", sagte er SPIEGEL ONLINE. "Die Gruppen, denen er bislang gedroht hat, hatten anschließend viele Tote zu beklagen."

vks/Reuters



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