Philippinen Duterte schafft brutale Anti-Drogen-Einheiten ab

Nach einem Korruptionsskandal soll eine umstrittene Sondereinheit der philippinischen Polizei aufgelöst werden. Präsident Duterte will seinen brutalen Kampf gegen Drogenkriminelle trotzdem fortführen.

Duterte, Dela Rosa
REUTERS

Duterte, Dela Rosa


Sie steht für den blutigen Kampf der Regierung gegen die Drogenkriminalität, ihre Mitglieder werden mit Mord, Erpressung oder Raub in Verbindung gebracht: Die Anti-Drogen-Sondereinheit der philippinischen Polizei steht international in der Kritik. Jetzt soll die Abteilung aufgelöst werden. Polizeichef Ronald Dela Rosa erklärte, künftig seien für die Einsätze die lokalen Behörden zuständig.

Hintergrund ist die Ermordung eines südkoreanischen Geschäftsmanns, der vor drei Monaten vermutlich von korrupten Polizeibeamten entführt und getötet worden war. Dela Rosa kündigte nun "interne Säuberungen" an. "Wir werden unsere Ränge säubern, bevor wir den Krieg gegen Drogen vielleicht wieder aufnehmen." Zudem soll eine Sondertruppe eingesetzt werden, die die Vorwürfe aufklärt.

Der Polizeichef hatte Rodgrigo Duterte vergangene Woche schon seinen Rücktritt angeboten, was der Präsident jedoch ablehnte. Die Polizei bezeichnete Duterte allerdings als "korrupt bis ins Mark".

Tausende Tote

Der Kampf gegen die Drogenkriminalität wird in dem südostasiatischen Inselstaat unter Duterte brutal geführt. Nach offiziellen Angaben wurden seit Dutertes Amtsantritt im vergangenen Juni bereits mehr als 2250 Verdächtige getötet. Nach Schätzungen starben sogar schon mehr als 7000 Menschen. Der Präsident brüstete sich auch damit, selbst Menschen getötet zu haben.

Ob sich mit dem Aus für die umstrittene Sondereinheit jedoch etwas an der Gewalt ändert, bleibt fraglich. Duterte erklärte zugleich, er werde seinen unerbittlichen Feldzug gegen die Drogenkriminalität fortsetzen. "Ich werde ihn bis zum letzten Tag meiner Amtszeit verlängern", sagte er.

kev/AFP/dpa



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