Umstrittener Vorstoß Duterte will den Philippinen neuen Namen geben

Geht es nach dem Präsidenten, soll der Pazifikstaat von nun an "Maharlika" heißen. Das Land habe wichtigere Probleme, befinden seine Kritiker.

Rodrigo Duterte
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Rodrigo Duterte


Mit der Idee für eine Umbenennung der Philippinen ist der Präsident Rodrigo Duterte in seiner Heimat auf Kritik gestoßen. Duterte will den Pazifikstaat in "Maharlika" umbenennen, sein eigenes Lager unterstützt den Vorstoß. In den sozialen Netzwerken dagegen schrieben viele Philippiner, das Land solle sich um seine eigentlichen Probleme kümmern.

So fragte ein Nutzer auf Twitter: "Was ist die wahre Absicht hinter diesem irrelevanten Vorstoß, wenn dein Land gerade in einer schweren sozio-ökonomischen Krise steckt? Kann es sein, dass da jemand wichtigere Themen verschleiern will?"

Duterte, der frühere Bürgermeister der Millionenstadt Davao, regiert die Philippinen seit seinem Amtseid im Juni 2016. Die Umsetzung seines wichtigsten Wahlversprechens, der Kampf gegen Drogenkriminalität, hat bislang schätzungsweise zwanzigtausend Menschen das Leben gekostet, er steht dafür international in der Kritik.

Duterte ist auf internationaler Ebene inzwischen isoliert. So beleidigte er den ehemaligen US-Präsidenten Barack Obama als "Hurensohn". Außerdem sagte er, Menschenrechte seien ihm egal.

"Maharlika" ist keine neue Idee

Duterte griff mit seinem Vorschlag eine Idee des verstorbenen Diktators Fernando Marcos wieder auf und schlug vor, das Land umzubenennen. Maharlika - ein Wort aus der Sprache der Einheimischen - kann mit "Adel" übersetzt werden. Eigentlich bezeichnet es jemanden, der über Wissen und Reichtum verfügt. Die Philippinen sind nach dem früheren spanischen König Philipp II. (1527-1598) benannt. Der Name existiert schon seit der Entdeckung der Inseln im 16. Jahrhundert.

Für eine Umbenennung gibt es zahlreiche Vorbilder. Im vorigen Jahrhundert wechselten viele ehemalige Kolonien, insbesondere in Asien und Afrika, nach der Unabhängigkeit ihren Namen. Es gibt aber auch Beispiele aus jüngster Zeit: Das bisherige Swasiland nennt sich seit vergangenem Jahr Eswatini. Die ehemalige jugoslawische Teilrepublik Mazedonien heißt seit dieser Woche Nordmazedonien.

Im Video: Leben auf den Philippinen - Dutertes Drogenkrieg

Amnesty International

bam/dpa



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