Philippinen Duterte will sich von USA "trennen" - Amerikaner verstört

Der philippinische Staatschef Duterte sucht nach neuen Bündnissen - und brüskiert die USA. Auf seine Ankündigung einer "Trennung" von den Vereinigten Staaten reagiert Washington irritiert.

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Mit seinem brutalen Anti-Drogen-Krieg und seinen wüsten Beschimpfungen ausländischer Politiker sorgt der philippinische Präsident Rodrigo Duterte immer wieder für Empörung im Westen. Doch jetzt könnte der umstrittene Staatschef noch einen Schritt weitergehen und sein Land international neu ausrichten. Zumindest spricht er davon.

Bei einem Besuch in China kündigte Duterte an: "Ich gebe an diesem Ort meine Trennung von den Vereinigten Staaten bekannt." Vor Wirtschaftsvertretern in Peking sprach er laut Redemanuskript von einer sowohl "militärischen" als auch "wirtschaftlichen" Trennung, führte aber nicht weiter aus, was damit gemeint ist.

Eigentlich sind die Vereinigten Staaten und die Philippinen enge Verbündete. Duterte war jedoch schon in den vergangenen Wochen deutlich auf Distanz zu den USA gegangen und hatte US-Präsident Barack Obama unter anderem als "Hurensohn" beschimpft.

Die USA seien beleidigend und versuchten, anderen Ländern ihre Politik aufzudrücken und die Weltfinanzen durch den Internationalen Währungsfonds und die Weltbank zu kontrollieren, sagte Duterte nun. Er habe sich an der ideologischen Weltsicht Pekings neu orientiert. "Vielleicht gehe ich auch nach Russland und sage (Präsident Wladimir) Putin, dass nun drei von uns gegen den Rest der Welt stehen: China, die Philippinen und Russland."

"Wir wollen eine Klarstellung"

Washington zeigte sich von den Äußerungen irritiert. Es sei nicht klar, was dies mit all seinen Auswirkungen bedeute, sagte der Sprecher des US-Außenministeriums, John Kirby. "Wir wollen eine Klarstellung." Nicht nur die USA, sondern auch viele andere Verbündete seien angesichts der Aussagen verwirrt. Man wolle wissen, wo dies hinführe.

Der stellvertretende Außenminister Daniel Russell werde bei seiner lange zuvor geplanten Reise nach Manila am kommenden Wochenende ebenfalls eine Erklärung einfordern. Kirby betonte jedoch, Washington stünde weiterhin zu dem Verteidigungspakt mit den Philippinen. "Daran hat sich nichts geändert."

Duterte dagegen sucht den Kontakt zu China. Bei einem Gespräch mit Präsident Xi Jinping sprach der philippinische Staatschef von einem neuen "Frühling" in den Beziehungen. Xi und Duterte vereinbarten auch, "konstruktiv" über die Probleme im Südchinesischen Meer sprechen zu wollen, wo sich China mit den Philippinen und anderen Nachbarstaaten um Gebietsansprüche streitet.

Im Video: Dutertes schlimmste Entgleisungen

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kev/dpa/Reuters

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