Südchinesisches Meer Philippinen wehren sich gegen Chinas Bomber-Manöver

China übt Starts und Landungen von Langstreckenbombern auf künstlichen Inseln im Südchinesischen Meer. Das gefällt den Philippinen gar nicht - der Staat kündigte "diplomatische Schritte" an.

Chinesische Militäranlagen im südchinesischen Meer
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Chinesische Militäranlagen im südchinesischen Meer


Handelswaren im Wert von mehr als fünf Billionen Dollar werden jährlich durch das Südchinesische Meer verschifft. Dazu ruhen unter dem Meeresgrund gewaltige Bodenschätze. Diese Eckdaten erklären, warum es immer wieder Streit zwischen den Anrainerstaaten um die konkreten Besitzansprüche in dem rund 3,5 Millionen Quadratkilometer großen Gebiet gibt. Aktuell geraten China und die Philippinen aneinander.

Bei dem Disput geht es um die militärischen Aktivitäten Pekings vor Ort. Die chinesische Luftwaffe ließ erstmals Langstreckenbomber in dem umstrittenen Gebiet landen. Aus dem Außenministerium in Manila hieß es daraufhin, die Philippinen würden "die nötigen diplomatischen Schritte einleiten, um die eigenen Besitzansprüche zu schützen". Man werde "jeden Zentimeter" des eigenen Territoriums verteidigen. Auch die USA ließen verlauten, dass Chinas aktuelle Umtriebe die Lage weiter destabilisieren könnten,

Das Südchinesische Meer gehört zum Pazifischen Ozean und liegt südlich von China zwischen Vietnam, Malaysia und den Philippinen. Neben diesen Staaten erheben aber auch Brunei und Taiwan Ansprüche in dem Gebiet. Dazu sind die USA mit Kriegsschiffen vor Ort - eine seit Langem komplizierte Gemengelage. (Mehr zu den Hintergründen des Inselstreits lesen Sie hier.)

Auf welcher Insel die Flugzeuge vom Typ H-6K genau landeten, ließ das chinesische Verteidigungsministerium demnach offen. Einem Bericht der BBC zufolge soll es sich um Woody Island handeln, die größte der Paracel-Inseln.

Das umstrittene Gebiet
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Das umstrittene Gebiet

Schon früher waren dort chinesische Kampfjets gelandet - aber noch nie Bomber. Dem AMTI zufolge könnten H-6K von dort aus Ziele in ganz Südostasien erreichen. Die Maschinen verfügen über einen Einsatzradius von rund 3500 Kilometern.

Anfang des Monats hatte China Medienberichten zufolge zudem auf mehreren Inseln im Südchinesischen Meer Raketensysteme errichtet, mit denen Flugzeuge und Schiffe getroffen werden können. Die Marschflugkörper seien auf Atolle in der Spratly-Inselgruppe gebracht worden. Demnach handelt es sich um die Atolle Fiery Cross, Subi und Mischief.

Im November vergangenen Jahres hatten sich Peking sowie die Gemeinschaft Südostasiatischer Staaten auf die Aufnahme von Verhandlungen geeinigt, um zu einer friedlichen Beilegung des seit Jahren andauernden Streits zu kommen.

jok/Reuters/AP

insgesamt 18 Beiträge
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darjeeling1 21.05.2018
1. Wäre doch mal interessant zu sehen was passiert,
wenn Vietnam, Malaysia und die Philippinen in nächster Nähe der von China aufgeschütteten Inseln das gleiche tun. Nicht klagen, aufschütten!!
Art. 5 21.05.2018
2. Taiwan sollte auf Inseln verzichten
Dass Taiwan auch Gebietsansprüche auf die vor den Philippinen und Malaysia gelegenen Inseln erhebt, kein seinem internationalen Ansehen nur schaden. Die demokratisch gewählte Regierung in Taipei sollte wohlwollend auf seine absurden Forderungen verzichten und sich auf die Seite der Philippinen stellen, um so der Welt zu zeigen, dass es im Gegensatz zu China zu den Guten gehört.
sake2013 21.05.2018
3. die Guten und die Bösen
..China will seine Handelswege sichern, das machen Andere auch. Und dann noch zu den Manöver(n) - die USA haben ja auch mit Südkorea "was" gemacht, obwohl sich beide Staaten in einer Annäherung befinden, befanden.. wie auch immer. Jeder so wie er es gerade braucht.
Worldwatch 21.05.2018
4. Hegemonial
Sie tun es, weil sie es können. Wer sollte China daran hindern? Mehr als diplomatische Noten hat China nicht zu fürchten. Und die gehen, mit eigener Argumentation, der politischen Macht in Beijing, am strategisch-ökonomischen ?pigu? vorbei. Muss man nicht mögen. Hat China aber von USA so gelernt, die damit hegemonial-historisch gut gefahren sind.
Art. 5 21.05.2018
5. China kommt zu spät
Zitat von sake2013..China will seine Handelswege sichern, das machen Andere auch. Und dann noch zu den Manöver(n) - die USA haben ja auch mit Südkorea "was" gemacht, obwohl sich beide Staaten in einer Annäherung befinden, befanden.. wie auch immer. Jeder so wie er es gerade braucht.
Auf diese Weise haben andere das im 17., 18. und 19. Jahrhundert gemacht, als die USA bspw. den Panamakanal annektierten oder als GB viele Karibikinseln zum Staatsgebiet erklärte. Seitdem hat sich viel verändert, der Panamakanal wurde an Panama zurückgegeben und die Karibikinseln sind unabhängig geworden, bis auf solche, die per Volksabstimmung weiterhin zu GB gehören wollten. China kommt zu spät. Zur Zeit der Kolonisierungen war es zu arm, zu schwach und zu sehr damit beschäftigt, sein Reich zusammenzuhalten. Man kann die Zeit nicht zurückdrehen.
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