Überfall im Atlantik Piraten kapern Tanker vor Elfenbeinküste

Neuer Fall von Piraterie in afrikanischen Gewässern: Seeräuber haben einen Tanker vor der Elfenbeinküste in ihre Gewalt gebracht. Über die Forderungen der Piraten ist bislang nichts bekannt. Inzwischen soll das Schiff im Atlantik vor Ghana liegen.

Piraten im Atlantik: Überfall vor der Elfenbeinküszte
DPA

Piraten im Atlantik: Überfall vor der Elfenbeinküszte


Abidjan/Hamburg - Piraten haben vor der Elfenbeinküste einen Tanker unter ihre Kontrolle gebracht. Wie erst jetzt bekannt wurde, hatten die Angreifer das unter der Flagge Panamas fahrende Schiff "Itri" bereits am vergangenen Mittwoch überfallen. Die Piraten haben nach Angaben der ivorischen Regierung das Schiff angegriffen, als die Besatzung die Ausladung von 5000 Tonnen Öl im Hafen von Abidjan vorbereitete.

Die alarmierten Behörden haben den Tanker inzwischen vor der Küste Ghanas geortet. Unklar ist, wie viele Piraten an dem Angriff beteiligt sind. Lösegeldforderungen seien noch nicht gestellt worden. Zum Zeitpunkt des Überfalls sollen sich 16 Besatzungsmitglieder an Bord befunden haben.

Nach Angaben des International Maritime Bureau in Malaysia, das Piratenüberfälle weltweit registriert, profitierten die Angreifer von einem Sandsturm, der in der vergangenen Woche dem Tanker das Manövrieren in dem Seegebiet erschwerte.

Der Vorfall ist erst die zweite Schiffsentführung vor der Elfenbeinküste. Im vergangenen Oktober hatten 14 bewaffnete Männer erstmals einen Tanker vor dem westafrikanischen Land in ihre Gewalt gebracht, der 30.000 Tonnen Diesel geladen hatte. Damals ließen die mit Messern und Maschinengewehren bewaffneten Angreifer die Crew nach einigen Tagen unverletzt frei.

Auch vor der Küste Westafrikas häufen sich seit einigen Jahren die Piratenangriffe. Diese haben sich jedoch bislang auf den vor Nigeria liegenden Teil des Atlantiks konzentriert. Die Piraten dort haben die Crews ausgeraubt und die Schiffe danach meist schnell wieder verlassen.

syd/AP



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