Vorbereitung für Trump-Kim-Gipfel US-Außenminister Pompeo verhandelt in Nordkorea

Vor dem Treffen mit Nordkoreas Machthaber Kim schickt der amerikanische Präsident Trump seinen Außenminister Pompeo nach Pjöngjang. Er soll auch drei von dem Regime festgehaltene US-Bürger nach Hause holen.

Pompeo und Kim
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Pompeo und Kim


US-Außenminister Mike Pompeo ist zur Vorbereitung des geplanten Gipfeltreffens zwischen Präsident Donald Trump und Nordkoreas Machthaber Kim Jong Un in Pjöngjang eingetroffen. Es ist bereits seine zweite Visite in der nordkoreanischen Hauptstadt binnen etwa eines Monats.

Die Reise weckt die Hoffnung auf eine Freilassung von drei in Nordkorea inhaftierten Amerikanern. "Ich denke, es wäre eine große Geste, wenn sie sich dazu entschließen würden", sagte Pompeo in Bezug auf das nordkoreanische Regime.

Seit dem Besuch von Madeleine Albright 2000 in Pjöngjang ist Pompeo erst der zweite Außenminister und damit der höchste amerikanische Regierungsvertreter seit 18 Jahren, der Nordkorea besucht. Bei seiner jüngsten Visite über Ostern war Pompeo noch Geheimdienstdirektor.

Mit Blick auf das geplante Treffen der Staatschefs sagte Pompeo, er hoffe, "einen Rahmen für einen erfolgreichen Gipfel der beiden Präsidenten" schaffen zu können. Er werde mit "höchsten Vertretern" sprechen, sagte Pompeo auf dem Flug nach Pjöngjang.

Japan, China und Südkorea wollen in Nordkorea-Krise kooperieren

Die USA, so Pompeo, wollten Fehler der Vergangenheit im Streit über das nordkoreanische Atomprogramm nicht wiederholen. Deshalb würden Sanktionen gegen Nordkorea erst gelockert, wenn das Ziel der Denuklearisierung erreicht sei. Die Definition dieses Begriffes, der aus US-Sicht den völligen und baldigen Verzicht auf Atomwaffen bedeutet, ist einer der Knackpunkte.

Nordkorea sieht einen Abbau seiner Atomwaffen nur im Rahmen eines langfristigen Prozesses, der auch seine Sicherheitsinteressen berücksichtigt. Das Land will aber noch im Mai seine Atomtestanlage Punggye-ri im Nordosten des Landes schließen. Ob es sich dabei um mehr als eine Geste handelt, ist offen.

Japan, China und Südkorea haben sich derweil darauf verständigt, bei der Lösung des Atomkonflikts mit Nordkorea kooperieren zu wollen. Eine entsprechende Vereinbarung trafen der chinesische Premier Li Keqiang, Südkoreas Präsident Moon Jae In und Japans Regierungschef Shinzo Abe bei einem gemeinsamen Treffen in Tokio. Bereits zum zweiten Mal binnen wenigen Monaten war zuvor Kim nach China gereist. In der Hafenstadt Dalian traf er sich mit Präsident Xi Jinping.

Die drei Regierungschefs bekräftigten dabei ebenfalls ihre Forderung nach einer Denuklearisierung Nordkoreas. Sie stimmten zudem darin überein, so Abe, dass zur Lösung der Probleme mit Nordkorea die Uno-Resolutionen umgesetzt werden müssten.

"Wir müssen das jüngste Momentum zur Denuklearisierung der koreanischen Halbinsel und für Frieden und Sicherheit in Nordost-Asien nutzen und mit der internationalen Gemeinschaft noch stärker zusammenarbeiten, um sicherzustellen, dass Nordkorea auch konkret handelt", sagte Abe. Wenn Nordkorea den richtigen Weg einschlage, könne das rohstoffreiche Land mit seiner hart arbeitenden Bevölkerung wirtschaftlich prosperieren.

Moon und Li plädierten für eine wirtschaftliche Unterstützung Nordkoreas durch die internationale Gemeinschaf - einschließlich der USA. Die beiden Länder wollten Eisenbahnprojekte ausloten, um China und Südkorea mit einer Strecke durch Nordkorea zu verbinden, teilte ein Sprecher des südkoreanischen Präsidialamts mit. Auch Russland hat bereits Bereitschaft zur Beteiligung an Infrastrukturprojekten auf der koreanischen Halbinsel bekundet.

Es war das erste Mal seit rund zweieinhalb Jahren, dass die Spitzen Japans, Südkoreas und Chinas wieder zu ihrem eigentlich jährlich vorgesehenen Dreier-Treffen zusammenkamen. Seit Jahren sind die Beziehungen wegen der rechtskonservativen Politik von Abe und dessen Umgang mit der japanischen Kriegsvergangenheit angespannt. Das Ringen um eine diplomatische Lösung im Atomkonflikt mit Nordkorea bringt die drei Nachbarstaaten jedoch wieder näher.

apr/dpa/Reuters



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