Kurdenkonflikt PKK-Chef Öcalan ruft Waffenruhe aus

Die Türkei kann auf ein Ende ihres Bürgerkrieges hoffen. Nach fast 30 Jahren Kampf gegen den Staat sollen sich die PKK-Kämpfer zurückziehen. Der inhaftierte kurdische Rebellenchef Öcalan hat zu einer Waffenruhe aufgerufen.

Kurdische Frauen mit PKK-Flagge: Öcalan fordert politische Lösung
AFP

Kurdische Frauen mit PKK-Flagge: Öcalan fordert politische Lösung


Ankara - Zum kurdischen Neujahrsfest Newroz hat der inhaftierte PKK-Chef Abdullah Öcalan alle kurdischen Kämpfer zum Rückzug aus der Türkei aufgefordert. Die Zeit für eine Waffenruhe sei gekommen. Er forderte eine politische Lösung des Kurdenkonflikts.

Dies geht aus einer Erklärung hervor, die ein kurdischer Politiker in der türkischen Stadt Diyarbakir verlas. Hunderttausende Menschen erwarteten die Ankündigung, Fernsehbilder zeigten ein Meer von Menschen und Fahnen. "Freiheit für Öcalan, Status für Kurdistan", laute das Motto der Feiern zum Neujahrsfest.

Die Verkündung eines einseitigen Waffenstillstands der PKK könnte das Ende des seit drei Jahrzehnten dauernden Kurdenkonflikts bedeuten. Dabei wurden mehr als 40.000 Menschen getötet.

Im Gegenzug für einen endgültigen Gewaltverzicht verlangen Öcalan und die PKK vom türkischen Staat die Garantie politischer und kultureller Rechte für die rund zwölf Millionen Kurden im Land.

Die PKK ist in vielen Ländern, darunter auch in Deutschland, als terroristische Organisation verboten. Türkische Spezialkräfte hatten Öcalan im Winter 1999 in Kenia festgenommen. In der Folge kam es zu zahlreichen Ausschreitungen. In Berlin erschossen israelische Sicherheitskräfte vier PKK-Anhänger, die das Generalkonsulat des Landes gestürmt hatten. Seit Ende vorigen Jahres ist Öcalan mit der türkischen Regierung im Gespräch.

kgp/dpa/Reuters



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insgesamt 27 Beiträge
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ziegenzuechter 21.03.2013
1. Eine
sehr erfreuliche Meldung. Wollen wir hoffen, dass die türkische Führung, dies zu schätzen weiß und sich an die Abmachungen hält. Dumm nur, dass viele Untergruppen der PKK bereits erklärt haben, dass sie sich nichtmehr an Öcalan gebunden fühlen und er nur noch eine Marionette der Türkei ist...
jones4773 21.03.2013
2.
Ich hoffe die Türkei wird dieses Angebot annehmen und die Situation nicht ausnutzen,wie es zuvor oft vorkam. Politische und kulturelle Autonomie sollte das Mindeste sein,was den Kurden gewährt werden sollte.
klassenbewusst 21.03.2013
3. Die PKK und die Kurden wollen Frieden - und die Türkei?
Wann hält die Türkei Waffenruhe, wann zieht die Türkei ihre bewaffneten Kräfte, Armee, Polizei, Sondereinheiten aus den kurdischen Provinzen ab? Wann lässt die Türkei die tausenden kurdischen politischen Gefangen aus den Knästen frei? Wann werden die türkischen Verantwortlichen für tausende zerstörte Dörfer, Massaker an kurdischen Zivilisten, Folter und Staatsterror endlich vor Gericht gestellt? Erst dann kann es gerechten Frieden undDemokratisierung der Türkei geben.
Kohle&Reibach 21.03.2013
4. Naja
Zitat von sysopAFPDie Türkei kann auf ein Ende ihres Bürgerkrieges hoffen. Nach fast 30 Jahren Kampf gegen den Staat sollen sich die PKK-Kämpfer zurückziehen. Der inhaftierte kurdische Rebellenchef Öcalan hat zu einer Waffenruhe aufgerufen. http://www.spiegel.de/politik/ausland/pkk-chef-oecalan-ruft-zu-waffenruhe-auf-a-890185.html
ewig hält keiner die Folter durch.
Atheist_Crusader 21.03.2013
5.
Gut, dass die Türkei kein EU-Beitrittskandidat ist oder so. Sonst sollte mal Jemand kommen und die Lösung des Kurdenkonflikts als Bedingung stellen. Und die Sache mit den Armeniern. Und diese Travestie namens Nordzypern.
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