Kampf gegen PKK 12-Jähriger bei Gefecht in Südosttürkei erschossen

Der Kampf zwischen Kurden und türkischem Militär fordert weiter Todesopfer: Bei neu aufgeflammten Gefechten in der Stadt Nusaybin ist ein 12-jähriger Junge getötet worden.

Türkische Militärfahrzeuge in Nusaybin: Die Gewalt im Kurdengebiet dauert an
AP/dpa

Türkische Militärfahrzeuge in Nusaybin: Die Gewalt im Kurdengebiet dauert an


Bei einem Schusswechsel zwischen Sicherheitskräften und Anhängern der verbotenen kurdischen Arbeiterpartei PKK ist im südosttürkischen Bezirk Nusaybin ein 12-Jähriger getötet worden.

PKK-Kämpfer hätten Polizisten in einem Konvoi beschossen, anschließend sei es zu Gefechten gekommen, berichtete die Nachrichtenagentur DHA. Ein 17-Jähriger sei zudem verletzt worden. Die PKK-nahe Nachrichtenagentur Firat machte Sicherheitskräfte für den Tod des 12-Jährigen verantwortlich.

Die Angriffe gegen PKK-Anhänger im Südosten des Landes konzentrierten sich bisher auf die Städte Cizre, Silopi und das Viertel Sur in Diyarbakir. Innenminister Efkan Ala hatte den Militäreinsatz in Cizre vergangene Woche für beendet erklärt. Die seit Mitte Dezember geltende Ausgangssperre bleibt jedoch bestehen.

Türkische Medien berichteten, Anwohner in Nusaybin hätten nach der Erklärung Alas über ein Ende der Kampfhandlungen in Cizre begonnen, ihre Stadt zu verlassen. Sie befürchteten, dass sich die Kämpfe nun auf ihren Bezirk verlagern könnten.

Die Türkei geht seit Wochen teils mit schweren Kriegswaffen gegen PKK-Kämpfer im Südosten des Landes, aber auch in Syrien vor. Am Wochenende griff türkische Artillerie die PKK-nahen Volksverteidigungseinheiten (YPG) an, die in Nordsyrien den Flughafen der Grenzstadt Asas besetzt halten.

In Asas waren am Montagmorgen mindestens zehn Menschen bei Luftangriffen gestorben. Die Türkei machte russische Bomber für diese Opfer in einer Schule und einem Krankenhaus verantwortlich. Die Lage um Asas ist kompliziert: Das Gebiet östlich der Stadt wird von moderaten und islamistischen Rebellen kontrolliert, das Gebiet westlich des Flusses Euphrat an der Grenze zur Türkei von der Terrormiliz "Islamischer Staat". Die YPG waren zuletzt in der Region vorgerückt.

Anfang Februar reiste SPIEGEL-Reporterin Katrin Kuntz durch das kurdische Krisengebiet. Hier sehen Sie ihre Eindrücke aus Nusaybin, der Stadt, in der nun der 12-jährige Junge starb:

Emin Ozmen/ DER SPIEGEL

cht/dpa

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