Terrorismus: Nationalist plante Anschlag auf Warschauer Parlament

Er wollte das polnische Parlament mit Sprengstoff in die Luft jagen: Ein 45-jähriger Mann ist in Krakau von der Polizei festgenommen worden - er habe illegal Munition, Waffen und Sprengstoff besessen. Eine Verbindung zum norwegischen Massenmörder Anders Breivik brachte die Ermittler offenbar auf die Spur.

Verhafteter Nationalist: Warschauer Terrorpläne Fotos
AP

Warschau - Nationalistisches, ausländerfeindliches und antisemitisches Gedankengut sollen die Motive für seine Anschlagspläne gewesen sein: Die polnische Polizei hat einen 45-jährigen Mann festgenommen, der den Behörden zufolge das Parlament in Warschau in die Luft sprengen wollte. Er habe das Parlament in Gegenwart von Präsident Bronislaw Komorowski und Regierungschef Donald Tusk mit vier Tonnen Sprengstoff attackieren wollen, sagte der zuständige Staatsanwalt Mariusz Krason am Dienstag vor Journalisten in Warschau.

Der Mann sei bereits am 9. November in Krakau in Gewahrsam genommen worden. Als wissenschaftlicher Mitarbeiter der landwirtschaftlichen Hochschule habe er Zugang zu chemischen Materialien gehabt, die auch zum Bombenbau verwendet werden könnten. Bereits im September habe er mit 250 Kilogramm Sprengstoff experimentiert, sagten die Ermittler am Dienstag. Bei dem geplanten Anschlag sollten nach den bisherigen Erkenntnissen vier Tonnen Sprengstoff zum Einsatz kommen.

Polens Ministerpräsident Donald Tusk sagte, es gebe eine Verbindung zwischen dem 45-Jährigen und dem norwegischen Massenmörder Anders Breivik, der im Sommer 2011 77 Menschen getötet hatte. Der Verdächtige sei von Breivik fasziniert gewesen. Auch hätte eine Untersuchung von Breiviks Kontakten die Ermittler zu dem Polen geführt.

Der Festgenommene habe bereits angedeutet, dass der Anschlag während der Haushaltsdebatte angepeilt worden sei. Tatmotive seien Fremdenhass, Antisemitismus und Nationalismus.

Der Verdächtige gehöre jedoch formal keiner politischen Gruppe an. Die Staatsanwaltschaft erklärte weiter, der Mann habe die Anschuldigungen teilweise eingeräumt. Bei einer Verurteilung drohen ihm bis zu fünf Jahre Haft. Zwei weitere Menschen, die mit ihm zusammen arbeiteten, wurden wegen illegalen Waffenbesitzes festgenommen.

Bei landesweiten Durchsuchungen seien Sprengstoff und anderes Material sichergestellt worden. Auch Waffen, schusssichere Westen und Sturmhauben seien beschlagnahmt worden. Der Festgenommene habe die Vorwürfe zunächst abgestritten, dann aber Aussagen gemacht.

Der Nachrichtensender TVN 24 berichtete unter Berufung auf Ermittlungskreise, der Terrorverdächtige habe sich in seinen Plänen an dem US-amerikanischen "Oklahoma-Bomber" und Breivik orientiert.

hen/fab/dpa/dapd

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Hauptstadt: Warschau

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