Polen Ministerpräsidentin sorgt mit Auschwitz-Rede für Eklat

Polens rechtsgerichtete Regierungschefin Szydlo hat sich mit Äußerungen in Auschwitz massive Kritik eingehandelt. "Solche Worte sollten niemals an einem solchen Ort ausgesprochen werden", sagt EU-Ratspräsident Tusk.

Die Ministerpräsidentin Polens, Beata Szydlo
DPA

Die Ministerpräsidentin Polens, Beata Szydlo


Bei einer Gedenkfeier am Vernichtungslager Auschwitz hat die polnische Ministerpräsidentin Beata Szydlo für einen Eklat gesorgt. Sie sagte: "In unserer turbulenten Zeit müssen wir aus Auschwitz die Lehre ziehen, dass wir alles tun müssen, die Sicherheit und das Leben unserer Bürger zu verteidigen."

Kritiker werfen ihr nun vor, das Gedenken an die Opfer von Auschwitz für eine Rechtfertigung der Anti-Flüchtlings-Politik ihrer Regierung zu instrumentalisieren.

Mit dem Sicherheitsargument begründet Szydlo immer wieder die Weigerung ihrer Regierung, Flüchtlinge aufzunehmen. Ihrer Ansicht nach stellen Flüchtlinge ein generelles Sicherheitsrisiko dar. Die EU-Kommission geht inzwischen juristisch gegen Polen und andere osteuropäische Länder vor, die keine Schutzsuchenden in ihr Land lassen wollen.

Der frühere polnische Ministerpräsident und momentane EU-Ratspräsident Donald Tusk verurteilte Szydlos Äußerungen. "Solche Worte sollten niemals an einem solchen Ort von einer polnischen Ministerpräsidentin ausgesprochen werden", schrieb er auf Twitter.

Die Chefin der liberalen Oppositionspartei Nowoczesna, Katarzyna Lubnauer, warf Szydlo vor, "den Horror von Auschwitz zu missbrauchen, um den Polen Angst vor Flüchtlingen zu machen".

Szydlos Sprecher Rafal Bochenek wies die Anschuldigungen zurück und warf den Kritikern vor, die Worte der Regierungschefin aus dem Kontext zu reißen und falsch zu interpretieren.

vks/AFP/AP



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