Schutz vor Russland Polen kauft Patriot-Raketensystem

Es ist das größte Rüstungsgeschäft in der Geschichte Polens: Die Regierung in Warschau hat den Kauf des Patriot-Raketenabwehrsystems von den USA besiegelt. Präsident Duda sprach von einem historischen Moment.

Polens Verteidigungsminister Mariusz Blaszczak unterschreibt den Deal
Pawel Supernak/ EPA-EFE/ REX/ Shutterstock

Polens Verteidigungsminister Mariusz Blaszczak unterschreibt den Deal


4,75 Milliarden Dollar will die polnische Regierung in ein neues Raketenabwehrsystem investieren. Am Mittwoch hat Verteidigungsminister Mariusz Blaszczak den Kaufvertrag für eine Lieferung von zwei Boden-Luft-Raketensystemen vom Typ "Patriot" aus den USA unterschrieben. Es ist das größte Rüstungsgeschäft in der Geschichte des Landes.

"Polen und die USA, Polen und die Nato-Partner bestätigen damit ihre Wertegemeinschaft und ihren Willen zur gemeinsamen Verteidigung aller Nato-Mitgliedstaaten", sagte Ministerpräsident Mateusz Morawiecki in Warschau. Insgesamt will Polen bis 2024 acht Patriots kaufen. Die Verhandlungen über die zweite Etappe des Deals würden nun aufgenommen, hieß es. Sie können gegen Drohnen, Raketen und Marschflugkörper eingesetzt werden.

Präsident Andrzej Duda sprach bei der Vertragsunterzeichnung von einem historischen Moment. Polen bekomme nun Zugang zu modernsten Waffen. Nach der russischen Annexion der ukrainischen Halbinsel Krim im Jahr 2014 hat das Nato-Mitglied Polen die Modernisierung seiner Streitkräfte beschleunigt. Zwei Drittel der polnischen Armee-Ausrüstung stammt noch aus Zeiten des 1991 nach dem Zerfall der Sowjetunion aufgelösten Warschauer Paktes.

Auf den Waffendeal hatten sich Polen und die USA beim Besuch von US-Präsident Donald Trump im Juli 2017 geeinigt. Hauptauftragnehmer sind demnach die amerikanischen Rüstungsunternehmen Raytheon, Lockheed-Martin und Northrop Grumman.

Im November hatte der stellvertretende russische Außenminister Wladimir Titow erklärt, die Stationierung der Patriot-Raketen sei Teil eines US-Plans, Russland unter dem Vorwand einer der Sagenwelt entnommenen Bedrohung mit Raketenabwehrsystemen zu umzingeln.

vks/dpa/Reuters



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