Ukraine-Konflikt Polen will Truppen im Osten aufstocken

Die polnische Armee soll im Osten des Landes mehr Präsenz zeigen. Verteidigungsminister Siemoniak will wegen des Konflikts im Nachbarland Truppen an die ukrainische Grenze verlegen.

Polnische Soldaten (Archivbild): Konsequenz aus der Ukraine-Krise
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Polnische Soldaten (Archivbild): Konsequenz aus der Ukraine-Krise


Warschau - Polen will seine Militärpräsenz im Osten des Landes deutlich ausbauen. "Wir planen eine Aufstockung der Einheiten und des Geräts", sagte Verteidigungsminister Tomasz Siemoniak nach einem Besuch einer Kaserne in Siedlce.

Siemoniak sagte, er benötige wegen des Konflikts im Nachbarland mehr Truppen an der Grenze zur Ukraine: "Die geopolitische Lage hat sich verändert. Wir haben die größte Sicherheitskrise seit dem Kalten Krieg, und wir müssen Schlussfolgerungen daraus ziehen."

Siemoniak zufolge sei es aber zu früh, konkrete Zahlen zu nennen. Derzeit seien in der Kaserne in Siedlce etwa 300 Soldaten stationiert, was einer Belegung von 30 Prozent entspreche. Ziel sei ein Stand von 70 bis 90 Prozent, so Siemoniak. In mindestens zwei weiteren Kasernen soll die Auslastung bis 2017 ebenfalls auf 90 Prozent erhöht werden.

Der Minister ging davon aus, dass es mehrere Jahre dauern könne, bis die angestrebte Ausweitung erreicht sei.

Der Konflikt im Nachbarland Ukraine hat auch in Polen Ängste ausgelöst. Regierungschefin Ewa Kopacz hatte Anfang Oktober angekündigt, noch vor Jahresende einen Plan zur Erhöhung der Sicherheit des Landes vorzustellen.

Bis dato ist der Großteil der rund 120.000 polnischen Soldaten an der Westgrenze stationiert: Ein Relikt aus Zeiten des Kalten Krieges, obwohl Polen bereits seit 1999 Mitglied in der Nato ist.

sun/dpa/AP



Forum - Diskussion über diesen Artikel
insgesamt 11 Beiträge
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MatthiasSchweiz 28.10.2014
1.
Na ja, die Soldaten werden wohl gebraucht wenn infolge der sich verschärfenden wirtschaftlichen und sozialen Krise in der Ukraine mehr und mehr illegale die Grenze überqueren wollen. Oder erwarten die im Ernst, die Russen würden in Polen einmarschieren wollen?
amor.fati 28.10.2014
2. ach ja....
... hat denn wirklich jemand vorher geglaubt, Russland würde sich einen Teil eines benachbarten souveränen Staates einverleiben? ... hat denn wirklich jemand vorher geglaubt, Russland würde russische Soldaten und Söldner in ein benachbarres souveränes Land schicken und dort einen blutigen Aufstand anzetteln?
smokiebrandy 28.10.2014
3. also bei Auslastung der Kasernen
...zu annähernd 100% hätte Polen ca. 1500 -2000 Soldaten an den Grenzen im Osten stehen...das wäre natürlich eine äußerst beeindruckende Streitmacht. Geht es hier nicht einfach darum Ängste zu schüren? Ich glaube auch den Polen ist klar, dass diese Truppen höchstens als Grenzschutz fungieren könnten...
mb52 28.10.2014
4. Hat man in Polen ...
Hat man im NATO-Land Polen auch darüber nachgedacht, dass diese zusätzlich zu stationierenden Truppen auch als eine Art Provokation verstanden werden könnten?
mundi 28.10.2014
5. keine Provokation
Zitat von mb52Hat man im NATO-Land Polen auch darüber nachgedacht, dass diese zusätzlich zu stationierenden Truppen auch als eine Art Provokation verstanden werden könnten?
Als nach dem 2. Weltkrieg die Polen von den Siegermächten die deutschen Ostgebiete zugesprochen bekamen, war das Land außerhalb der Städte fast menschenleer. Die Menschen waren geflohen oder wurden vertrieben. Die Vertriebenen aus Lemberg und anderen Gebieten der Ostukraine konnten diese Lücken kaum schließen. Deshalb wurde das Gelände von der Roten Armee und später für Militärstützpunkte des polnischen Militärs genutzt. Inzwischen wird dieses Land für Siedlungen und Industrieanlagen dringend benötigt. Dagegen ist das polnische Ostgebiet sehr dünn besiedelt und offen für den illegalen Grenzverkehr zwischen Weißrussland/Ukraine und Polen. Somit hat die Truppenverlegung ihren wirtschaftlichen und politischen Sinn. Mit irgendeinem Bedrohungsszenario hat die Standortverlegung sicher nichts zu tun.
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