Korruptionsverdacht: Griechische Polizei ermittelt gegen 32 Politiker

Auf der Liste sollen amtierende Abgeordnete und ehemalige Minister stehen: Die griechische Finanzpolizei ermittelt gegen 32 Politiker wegen Korruptionsverdachts. Nun will das Oberste Gericht in Athen die Namen der Beschuldigten erfahren.

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Parlament in Athen: Politiker unter Korruptionsverdacht

Athen - Die griechische Polizei ermittelt gegen 32 Politiker wegen des Verdachts der Korruption. Es stünden aktive und ehemalige Politiker im Visier der Finanzpolizei SDOE, teilte Finanzminister Yannis Stournaras am Donnerstag schriftlich auf eine Anfrage im Parlament mit. Dabei werde unter anderem geprüft, ob das Vermögen der Verdächtigen mit deren Einkommen in Einklang zu bringen sei.

Namen der Verdächtigen nannte Stournaras nicht. Auf der Liste sollen aber laut Medienberichten ehemalige Minister, amtierende Abgeordnete, lokale Behördenchefs sowie Ministerialbeamte stehen. Das Oberste Gericht Griechenlands verlangte inzwischen die Übermittlung der Namen der Verdächtigen.

Die SDOE untersucht seit Jahresbeginn die Finanzgeschäfte von etwa 500 griechischen Politikern. Im Rahmen einer weiteren Ermittlung fror die Finanzpolizei Anfang September die Konten von 121 mutmaßlichen Steuerhinterziehern ein. Das Ansinnen, die Konten von griechischen Staatsbürgern in der Schweiz offenzulegen, lehnten die Behörden in Bern dagegen ab.

Gewerkschaften rufen zum Generalstreik auf

Die Regierung in Athen hat angesichts der Staatsschuldenkrise der Korruption und Steuerhinterziehung den Kampf angesagt. Allerdings bleiben die Ergebnisse bis dato weit hinter den Erwartungen zurück. Ursprünglich waren durch den schärferen Umgang mit Steuerflüchtlingen Milliarden Euro an Einnahmen erwartet worden. Bislang sind es aber nur mehrere zehn Millionen Euro.

Aufgrund der Fehlkalkulation klafft nun im Sparprogramm der Regierung ein Loch, das durch weitere Steueranhebungen und noch tiefere Einschnitte bei Renten und Löhnen gestopft werden soll. Das wiederum führt zu noch mehr Unmut unter den Bürgern. Die Gewerkschaften haben wegen der geplanten neuerlichen Einschnitte für die kommende Woche zu einem Generalstreik aufgerufen.

syd/Reuters

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insgesamt 13 Beiträge
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1. --
king_pakal 20.09.2012
Zitat von sysopAuf der Liste sollen amtierende Abgeordnete und ehemalige Minister stehen: Die griechische Finanzpolizei ermittelt gegen 32 Politiker wegen Korruptionsverdachts. Nun will das Oberste Gericht in Athen die Namen der Beschuldigten erfahren. Polizei in Griechenland ermittelt wegen Korruption gegen 32 Politiker - SPIEGEL ONLINE (http://www.spiegel.de/politik/ausland/0,1518,857072,00.html)
Eine ähnliche Aktion ist in Deutschland schon lange überfällig. Die Zahl der korrupten Politiker ist hier mindestens genau so hoch wie in Griechenland.
2. Wieviel
crocodil 20.09.2012
von diesen "Mio." stammen aus der EU-Kasse, die Frau Merkel so untertützt. Die Bauunternehmer usw. haben sich damit eine Luxusyacht und einen Ferrari leisten können. Ich hoffe, es kommt bald der Zeitpunkt, wo diese Finanzspitzen in die südlichen Länder mal aufhören!!!
3. Echt,
galder_wetterwachs 20.09.2012
schon?
4. Es git zwei grundlegende Gründe für Steuerhinterziehung,
newsfreak 20.09.2012
der erste ist die Hinterziehung aus Habgier, und den Rachen nicht voll genug bekommen, der zweite ist ganz simpel und easy weil man das System nicht unterstützt. Aber die Reformen laufen ja bereits, ändert trotzdem nichts daran, das es in Zukunft wohl noch mehr Steuerhinterzieher geben wird.
5. Korrupte Politiker
rathals 20.09.2012
Und bei uns kommt noch die Unfähigkeit und die Geldverschwendung, natürlich ohne Haftung, dazu. Leider verhindert die Politikermafia die schon lange erforderliche Aufklärung bzw. Anklage..Stegen alle unter einer Decke !
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Fläche: 131.957 km²

Bevölkerung: 11,305 Mio.

Hauptstadt: Athen

Staatsoberhaupt:
Karolos Papoulias

Regierungschef: Antonis Samaras

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