Polnisches Zerwürfnis: Walesa attackiert Kaczynski-Brüder

In scharfer Form hat der Solidarnosc-Gründer und Friedensnobelpreisträger Lech Walesa die Zwillinge Lech und Jaroslaw Kaczynski angegriffen. Im SPIEGEL-Interview bezeichnet er die Forderung, die Bundesregierung müsse sich für die "taz"-Satire entschuldigen, als einen Witz.

Hamburg - "Auch bei uns herrscht Pressefreiheit", sagte der ehemalige Danziger Werftarbeiter in dem Interview. Diplomaten und Journalisten könnten über den Fall reden, aber die deutsche Regierung müsse "auf keinen Fall reagieren". Walesa bezeichnete den polnischen Präsidenten und den Premier als "Menschen ohne das nötige Format". Es sei ihm "peinlich", dass sie so reagieren würden.

Ex-Präsident Walesa: Ratschläge auch an die Deutschen
AP

Ex-Präsident Walesa: Ratschläge auch an die Deutschen

Der ehemalige Solidarnosc-Chef galt zu Wendezeiten als Mentor der Kaczynski-Brüder, gemeinsam mit ihnen saß er am Warschauer Runden Tisch und handelte das Ende der kommunistischen Diktatur aus. Später habe er, bekannte Walesa jetzt, "sie aus meiner Kanzlei geworfen, weil ich erkannt hatte, dass sie mehr kaputt machen, als konstruktiv zu Stande zu bringen".

Seinen polnischen Landsleuten empfahl er, "in Zukunft klüger zu wählen", den deutschen Nachbarn etwas mehr Gelassenheit: "Sie sollten erst zweimal durchatmen und dreimal um den Häuserblock gehen, bevor sie reagieren."

Diesen Artikel...
  • Aus Datenschutzgründen wird Ihre IP-Adresse nur dann gespeichert, wenn Sie angemeldeter und eingeloggter Facebook-Nutzer sind. Wenn Sie mehr zum Thema Datenschutz wissen wollen, klicken Sie auf das i.
  • Auf anderen Social Networks teilen

News verfolgen

HilfeLassen Sie sich mit kostenlosen Diensten auf dem Laufenden halten:

alles aus der Rubrik Politik
Twitter | RSS
alles aus der Rubrik Ausland
RSS

© SPIEGEL ONLINE 2006
Alle Rechte vorbehalten
Vervielfältigung nur mit Genehmigung der SPIEGELnet GmbH



  • Drucken Senden
  • Nutzungsrechte Feedback