Weltweite Umfrage: Obama frustriert die Deutschen
Weltweit wächst die Enttäuschung über US-Präsident Barack Obama und damit über Amerika - das zeigt die Studie einer renommierten US-Denkfabrik. Bei den Deutschen sorgen vor allem Obamas Drohnenkrieg und sein Versagen beim Klimaschutz für Frust.
Präsident Barack Obama muss in den USA um seine Wiederwahl zittern, jüngste Meinungsumfragen zeigen ihn bestenfalls gleichauf mit dem republikanischen Herausforderer Mitt Romney. Doch auch im Rest der Welt hat Obamas Popularität deutlich gelitten, wie eine aktuelle Studie des renommierten Pew Research Center unter 26.000 Bürgern in 21 Ländern ergab.
Danach sind etwa in Europa nur noch weniger als zwei Drittel (63 Prozent) der Befragten mit der Politik des Demokraten zufrieden. Vor drei Jahren, kurz nach Obamas Wahl, waren es noch 78 Prozent.
Deutsche zeigen sich zwar generell weiterhin sehr Obama-freundlich, mit fast 87 Prozent Zustimmung erzielt er hier den höchsten Wert in Europa. Fast 90 Prozent der Deutschen wünschen sich auch Obamas Wiederwahl. Zum Vergleich: Nur 14 Prozent der Deutschen hatten 2008 noch Vertrauen in Obamas Vorgänger George W. Bush.
Die persönliche Popularität des Präsidenten hat aber keineswegs zu einer neuen Amerika-Begeisterung geführt. Lediglich 52 Prozent der Deutschen haben derzeit ein positives Bild von den Vereinigten Staaten, das sind zwölf Prozentpunkte weniger als kurz nach Obamas Wahl. Allein im vergangenen Jahr betrug der Absturz zehn Prozentpunkte. Insbesondere ältere Deutsche geben sich betont amerikakritisch.
Schuld daran ist auch Obamas Politik: Besonders unzufrieden sind deutsche Befragte mit der Entscheidung des Präsidenten, Terroristen gezielt durch Drohnenangriffe zu töten. Gegen diese umstrittene Maßnahme sprechen sich 59 Prozent der Deutschen aus. Unter weiblichen Befragten liegt der Wert noch weit höher. Obama hat den Drohnenkrieg seit seinem Amtsantritt massiv ausgebaut. Von den bisher insgesamt 300 Attacken auf pakistanischem Gebiet entfallen laut dem US-Blog The Long War Journal gut 250 auf Obamas Amtszeit. Knapp 2300 Qaida-Kämpfer sollen durch Drohnen getötet worden sein. Erst vor zwei Wochen wurde Qaida-Vize Abu Jahja al-Libi durch einen Angriff mit einem unbemannten Flugkörper getötet.
Klima, Wirtschaft, die muslimische Welt
Ebenfalls desillusioniert zeigen sich die Deutschen von Obamas Bemühungen um den Klimaschutz. 2009 nahmen noch 76 Prozent an, der Demokrat werde rasch einschneidende Maßnahmen durchsetzen. Nun glauben dies nur noch 26 Prozent - bloß in Frankreich ist der Frust über diesen Stillstand ähnlich ausgeprägt. Ein Klimaschutzgesetz ist bislang im amerikanischen Kongress gescheitert.
Auch den Zustand der US-Volkswirtschaft bewerten viele Deutsche kritisch. 62 Prozent der Befragten sind der Meinung, dass China mittlerweile klar die ökonomische Nummer eins weltweit ist. Vor drei Jahren glaubten dies lediglich 30 Prozent.
Allerdings sind die Zahlen in Deutschland für Obama und Amerika noch schmeichelhaft, verglichen mit der Bewertung in der muslimischen Welt. Weniger als 30 Prozent der Befragten in Ägypten, Tunesien, der Türkei oder Jordanien vertrauen dem US-Präsidenten, der 2009 noch einen Neuanfang in dieser Region versprochen hatte.
In Pakistan ist die Zustimmung zu Obamas Politik rund ein Jahr nach der spektakulären Tötung von Top-Terrorist Osama Bin Laden gar auf sieben Prozent gesunken. Die Befragten in den meisten dieser Länder sprechen sich auch mehrheitlich gegen seine Wiederwahl aus.
Die komplette Studie ist abrufbar unter http://pewglobal.org/
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- Mittwoch, 13.06.2012 – 06:01 Uhr
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Fläche: 9.632.000 km²
Bevölkerung: 310,384 Mio.
Hauptstadt: Washington, D.C.
Staats- und Regierungschef: Barack Obama
Vizepräsident: Joseph R. Biden
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