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Ukraine-Konflikt: Poroschenko warnt vor Privatarmeen von Oligarchen

Freiwillige Kämpfer in der Ostukraine: Präsident fürchtet Kontrollverlust Zur Großansicht
AP/dpa

Freiwillige Kämpfer in der Ostukraine: Präsident fürchtet Kontrollverlust

Im Osten der Ukraine kämpfen viele Freiwilligenverbände, die von reichen Geschäftsleuten finanziert werden. Nach der Besetzung eines staatlichen Unternehmens in Kiew will Präsident Poroschenko durchgreifen.

Kiew - Der ukrainische Präsident Petro Poroschenko will Freiwilligenbataillone unter striktere Regierungskontrolle bringen und keine Privatarmeen zulassen. "Es wird bei uns keinen Gouverneur mit eigenen Streitkräften geben", sagte Poroschenko in Kiew Berichten zufolge. Bataillone aus Freiwilligen, von denen einige an Kämpfen gegen prorussische Separatisten im Donbass beteiligt sind, sollen einem klaren Kommando unterstellt werden.

Damit reagiert Poroschenko auf die Besetzung zweier Unternehmenszentralen am Wochenende. Bewaffnete Männer, die dem Gouverneur von Dnipropetrowsk, Igor Kolomoiski, zugerechnet werden, hatten die halbstaatlichen Energieunternehmen Ukrnafta und UkrTransNafta in Kiew unter ihre Kontrolle gebracht. Der Milliardär wollte Berichten zufolge die Absetzung des ihm loyalen Managements verhindern.

Die insgesamt etwa 80 Freiwilligenbataillone wurden vor einem Jahr für den Kampf gegen die ostukrainischen Separatisten gegründet und unterstehen formal dem Innen- und dem Verteidigungsministerium. Ein Großteil des Solds wird jedoch von reichen Geschäftsleuten bezahlt.

loe/dpa

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Forum - Diskussion über diesen Artikel
insgesamt 131 Beiträge
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1. Jetzt endlich wird das hier gesagt
andreika123 23.03.2015
Die Russen haben von Anfang an gesagt das ein teil der ukrainische Arme nicht wirklich den Kiew unterstellt ist. Jetzt wird es halbwegs erweitert das Oligarche ihre Finger in Spiel haben und eigene Interessen durchsetzen. Und genau die sind nicht am Frieden interessiert.
2. Oligarchen = Warlords....
retterdernation 23.03.2015
ähnlich wie in Afghanistan - auf der kapitalisierten Basis - von Söldnern. Fehlen eigentlich nur noch kleine, autonome Gebiete - die sich dann Fürstentum nennen. So etwas hat wenig mit einer Demokratie zu tun, oder...
3. Milizen gegruendet zur Bekaempfung der Separatisten,
gandhiforever 23.03.2015
offiziel dem Innen- und Kriegsministerium unterstellt, okkupieren Unternehmenszentralen, um Regierungspolitik zu blockieren. Zuerst dachte ich, dass die Separatisten sehr mutig sind, wenn sie Unternehmen in Kiew besetzen. Doch es sind ja keine Separatisten, es sind "regierungstreue Freiwillige, die nun regierungsuntreu werden. Die haben wohl nicht kapiert, dass es hier um die Freiheit geht, sonst wuerden sie doch nicht auf einmal sich gegen den Hueter der ukrainischen Freiheit einsetzen lassen. Ironie beiseite: wenn jetzt noch einer der 300%igen NATO- und EU-Uebergetreuen immer noch behaupten will, Ukraine wolle Demokratie, dann soll er schnellstens dorthin gehen, und sich fuer den Freiheitskampf anheuern lassen. Den Ukrainern, genauer gesagt den Westukrainern scheint es naemlich nicht um Demokratie zu gehen.
4. Da spielt JEDER Krieg wie er will
marxtutnot 23.03.2015
und unsere Vordenker raffen nicht,wie groß dort das Chaos ist und es kein Gut oder Böse,Schwarz und Weiß gibt.Und ALLE packen mit beiden Händen in die Flamme und treten noch den Blasebalg.Finger raus aus der Ukraine,dort sind noch nicht einmal in Kiew selbst die Fronten geklärt!
5. Ja, lieber SPON, die rosarote Brille abnehmen
Fred Widmer 23.03.2015
Es ist ja lobenswert, daß mal die Ukraine nicht als der "demokratische Musterstaat" dargestellt wird, auf den Ihr Euch sonst so vehement versteift. Das Problem ist: Auch Poroschenko hat seine "Privatarmee". Wäre interessant zu erfahren, warum der Kolomoyski-Coup klappen konnte. Sind Poroschenkos Einsatzgruppen nicht einsatzbereit?
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Fläche: 603.700 km²
(inklusive der Krim, die seit 2014 von Russland annektiert ist)

Bevölkerung: 45,363 Mio.

Hauptstadt: Kiew

Staatsoberhaupt:
Petro Poroschenko

Regierungschef: Volodymyr Hroisman

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