Viele Tote nach Waldbränden Portugals Innenministerin tritt zurück

Waldbrände haben in Portugal Dutzende Menschen getötet. Jetzt hat die Innenministerin politische Verantwortung übernommen. Sie wollte schon im Juni zurücktreten.

Constança Urbano de Sousa
AFP

Constança Urbano de Sousa


Nach den neuen verheerenden Waldbränden in Portugal hat Innenministerin Constança Urbano de Sousa ihren Rücktritt eingereicht. Zuvor war sie heftig in die Kritik geraten. Ministerpräsident António Costa habe den Rücktritt akzeptiert, hieß es am Mittwoch in einer Mitteilung der sozialistischen Regierung in Lissabon.

Bei den Waldbränden in den vergangenen Tagen kamen nach amtlichen Mitteilungen mindestens 41 Menschen ums Leben. Mehr als 60 Menschen wurden zudem teilweise lebensgefährlich verletzt. Besonders betroffen waren die Bezirke Coimbra und Castelo Branco im Zentrum des Landes sowie weiter nördlich der Bezirk Viseu. Auch in Spanien starben Menschen in Folge von Waldbränden.

Erst im Juni waren bei schweren Bränden in der Region Pedrógão Grande im Zentrum Portugals 64 Menschen gestorben. Experten und Medien stellten schon damals die Behörden und vor allem das zuständige Innenministerium an den Pranger. Beklagt wurde die mangelhafte Brandvorbeugung und auch die Tatsache, dass die Bewohner einiger betroffener Ortschaften die Flammen ohne Hilfe der überforderten Feuerwehr bekämpfen mussten.

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Waldbrände in Portugal: Eine Wand aus Flammen und Rauch

In ihrem von Medien veröffentlichten Rücktrittsschreiben betont Urbano de Sousa, sie habe schon nach den Bränden vom Juni um ihre Entlassung gebeten. Das Feuer hätte zwar mehrere Ursachen gehabt. "Aber ich bin zum Schluss gekommen, dass weder die politischen noch die persönlichen Voraussetzungen gegeben sind, um im Amt zu bleiben."

Unter anderem hatten die für die Jahreszeit ungewöhnlich hohen Temperaturen und die Trockenheit die Brände ausgelöst. Außerdem fachten Ausläufer des an der iberischen Halbinsel vorbeigezogenen Wirbelsturms "Ophelia" das Feuer an. In Portugal wüten insbesondere in den Sommermonaten immer wieder Waldbrände, in diesem Jahr waren sie besonders verheerend.

aev/apr/dpa



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