Präsidenten-Initiative Obama schaltet sich in Nahost-Konflikt ein

Der neue US-Präsident kommt schnell zur Sache: Schon am Morgen seines ersten Tages im Amt telefonierte Barack Obama mit den wichtigsten Politikern der Krisenregion, auch Israels Premier Olmert. Er fordert mehr Engagement für den Frieden.


Washington - Nicht lang drum herum reden, schnell handeln: So hat Barack Obama offensichtlich seinen ersten Tag nach dem Amtsantritt als neuer US-Präsident begonnen. Er telefonierte mit den führenden Politikern im Nahen Osten - und machte ihnen klar: Für Frieden in der Krisenregion verlangt er von jedem einzelnen mehr Engagement.

Stabschef Emanuel, Präsident Obama: Eilige Telefonate mit Nahost
DPA

Stabschef Emanuel, Präsident Obama: Eilige Telefonate mit Nahost

Obamas Sprecher Robert Gibbs sagte, der neue US-Präsident habe mit Israels Premier Ehud Olmert, Palästinenser-Präsident Mahmud Abbas, dem jordanischen König Abdullah und Ägyptens Präsident Hosni Mubarak gesprochen. In den Telefonaten habe Obama "seine Verpflichtung ausgedrückt, sich vom Beginn seiner Amtszeit an aktiv im Sinne des israelisch-arabischen Friedens zu engagieren", sagte Gibbs. Von seinen Gesprächspartnern hoffe er, dass diese weiterhin miteinander kooperierten.

Gibbs zufolge will sich Präsident Obama für eine Ausweitung der Waffenruhe zwischen Israel und der Hamas im Gaza-Streifen einsetzen.

Israels Armee hat drei Tage nach Beginn der Waffenruhe nach eigenen Angaben alle Soldaten wieder aus dem Gaza-Streifen abgezogen. Der Abzug sei am Mittwochmorgen vor Tagesanbruch abgeschlossen worden, teilten die Streitkräfte mit.

Das Büro von Israels Ministerpräsident Olmert ließ mitteilen, man habe Obama über die neuesten Entwicklungen im Gaza-Streifen informiert. Zudem habe Olmert zum Ausdruck gebracht, dass die mit der Hilfe Amerikas und Europas die gemeinsamen Bemühungen Israels und Ägyptens erfolgreich sein könnten, den Waffenschmuggel der Hamas zu stoppen. Israels Premier habe versprochen, die humanitäre Situation in Gaza zu verbessern.

Obama hat Olmert laut Präsidentensprecher Gibbs versichert, die Vereinigten Staaten würden "ihren Teil tun", um diese Bemühungen zum Erfolg zu führen. Die Telefonate seien "im Geist der Partnerschaft" geführt worden und herzlich gewesen, hieß es weiter.

flo/dpa/AFP

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