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Präsidentenkür in Nigeria: Muslime eröffnen Jagd auf Christen

Es sollte die "beste Wahl aller Zeiten" in Nigeria werden. Doch noch bevor Amtsinhaber Goodluck Jonathan als Sieger der Präsidenten-Abstimmung bekannt gegeben wird, gingen Anhänger seines muslimischen Gegenkandidaten mit Gewalt gegen Christen vor.

Krawalle in der Stadt Kano: Angriffe von Muslimen auf Christen Zur Großansicht
AFP

Krawalle in der Stadt Kano: Angriffe von Muslimen auf Christen

Kano/Abuja - Der Sieg der Präsidentenwahl in Nigeria steht mit großer Sicherheit fest und: Der aus dem Süden des westafrikanischen Landes stammende christliche Amtsinhaber Goodluck Jonathan liegt nach offiziellen Angaben vom Montag bereits uneinholbar vorn. Doch die Anhänger des unterlegenen muslimischen Gegenkandidaten Muhammadu Buhari wollen sich mit der Niederlage nicht abfinden. Sie lieferten sich im von ihnen dominierten Norden des Landes heftige Auseinandersetzungen mit Sicherheitskräften und griffen Christen an.

In der Stadt Kano gingen überwiegend junge Anhänger Buharis auf die Straße und prügelten sich mit Sicherheitskräften. Die mit Dolchen, Stöcken und Brettern bewaffnete Menge griff zwei Menschen an, die sie aufgrund ihrer Kleidung als Christen einordnete, berichtete ein Journalist der Nachrichtenagentur AFP. Die Demonstranten hielten zudem Autofahrer an und forderten sie auf, ihre Unterstützung für Buhari zu bekunden. Buhari hatte das westafrikanische Land 1984 bis 1985 als Militärmachthaber mit harter Hand regiert.

Vor der Abstimmung über einen neuen Präsidenten hatten Beobachter noch den relativ störungsfreien Ablauf der Wahl gelobt. "Die Menschen kooperieren, es gibt Sicherheitskräfte, es gibt Wahlunterlagen. Ich glaube, das sind die besten Wahlen aller Zeiten", sagte ein Wahlleiter der BBC.

Doch nach dem Votum kam es doch wieder zu Gewalt: Aus den nördlichen Bundesstaaten Kaduna, Sokoto, Bauchi und Gombe wurden Krawalle gemeldet. Auch in der Stadt Jos, in der es seit Jahren zu Gewalt zwischen Christen und Muslimen kommt, gab es gewaltsame Proteste. Soldaten schossen in die Luft, zwei Militärhubschrauber kreisten über den Straßen der Stadt im Zentrum des Landes.

In der Stadt Zaria im Bundesstaat Kaduna wurde nach Angaben von Anwohnern und der staatlichen Nachrichtenagentur das Haus des muslimischen Vizepräsidenten Namadi Sambo angezündet, außerdem brannte dort nach Angaben von Zeugen eine Baptistenkirche sowie die Residenz des Emirs von Zaria, einem der einflussreichsten traditionellen Herrscher im Norden.

In Potiskum im Bundesstaat Yobe schlug nach Angaben eines Anwohners ein Mob auf eine Christin ein und versuchte, sie mit einem brennenden Reifen zu verbrennen. Anwohnern gelang es demnach, das Feuer zu löschen und die Frau in ein Krankenhaus zu bringen.

Die beiden größten Oppositionsparteien reichten offiziell Beschwerde gegen das bevorstehende Ergebnis ein - sowohl Buharis Kongress für fortschrittlichen Wandel (CPC) als auch die Action Congress (AC).

Jonathan war vor vier Jahren Vizepräsident geworden und durch den Tod seines Vorgängers Umaru Yar'Adua im vergangenen Jahr ins höchste Staatsamt aufgerückt. Nigeria ist mit rund 150 Millionen Einwohnern das bevölkerungsreichste Land Afrikas.

als/DAPD/AFP/dpa

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insgesamt 89 Beiträge
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1. So
Hovac 18.04.2011
wird das bei uns natürlich nie sein, Religion vor politischem Inhalt halte ich auch für vollkommen ausgeschlossen. Wir sollten jetzt erstmal den armen Flüchtlingen aus Nordafrika Helfen und ihnen schnellstmöglich die Einreise aus Italien gewähren.
2. <->
silenced 18.04.2011
Zitat von Hovacwird das bei uns natürlich nie sein, Religion vor politischem Inhalt halte ich auch für vollkommen ausgeschlossen. Wir sollten jetzt erstmal den armen Flüchtlingen aus Nordafrika Helfen und ihnen schnellstmöglich die Einreise aus Italien gewähren.
Na, aufwachen. Es ist doch schon so. Es wird doch heute schon zuerst überlegt ob man nicht irgendwelche Juden, Muslime oder Splitterreligionen oder Sekten wie die Zeugen Jehovas / Scientology nicht mit den politischen Entscheidungen verärgern könnte. Und falls man es doch mal macht und leichte Proteste aufkeimen sollten, wird sofort gegengesteuert. Faktum ist: es wird noch schlimmer. Das einzige worauf nichts gegeben wird ist der Wille des eigenen Volkes.
3. In der Tat!
kundennummer 18.04.2011
Zitat von Hovacwird das bei uns natürlich nie sein, Religion vor politischem Inhalt halte ich auch für vollkommen ausgeschlossen. Wir sollten jetzt erstmal den armen Flüchtlingen aus Nordafrika Helfen und ihnen schnellstmöglich die Einreise aus Italien gewähren.
Außerdem sollte eine Luftbrücke durch Lufthansa eingerichtet werden, die Passage in Fischerbooten ist unerträglich. Bezüglich der Einzelfälle in Nigeria muß ich hier mit besonderem Nachdruck den Leser auf die Friedfertigkeit des Islam hinweisen! Der Islam hat mit diesem Gewaltausbruch Einzelner NICHTS zu tun! Sicher wurde durch die unsensiblen, sicherlich EVANGELIKALEN Christen auch nur die einfachsten Toleranzregeln aus ISLAMOPHOBIE gebrochen. Eine Luftbrücke für die bedrängten Rechtgläubigen Nigerias ist eine PFLICHT! Schliesslich gehört der Islam zu Deutschland und damit haben wir unseren Brüdern BEIZUSTEHEN! Im Zweifel mit Waffengewalt denn wahre Grüne Politik ist Friedenspolitik!
4. setzen - 6!
die_Sicht_der_Dinge 18.04.2011
Thema verfehlt Hovac - setzen 6! Das Problem liegt in Nigeria, also ca. 2.500 km südlich Ihrer Baustelle. Übrigens können Sie persönlich einen Flüchtlin einladen, der wird dann aller Wahrscheinlichkeit direkt ein Visum bekommen, also auf geht's Es gibt nicht Gutes, außer man tut es! Sonst ist es langweilige Gutmenscherei!
5. Lufthansa einsetzen
Transmitter, 18.04.2011
Zitat von Hovacwird das bei uns natürlich nie sein, Religion vor politischem Inhalt halte ich auch für vollkommen ausgeschlossen. Wir sollten jetzt erstmal den armen Flüchtlingen aus Nordafrika Helfen und ihnen schnellstmöglich die Einreise aus Italien gewähren.
Nicht nur die in Italien zwar eingereisten, dort aber nicht erwünschten Flüchtlinge sollten sofort unbürokratische Aufnahme in Deutschland finden. Auch die vielen noch in ihren afrikanischen Heimatländern, wie zum Beispiel in Nigeria, unterdrückten und leidenden Menschen sollten schnellstmöglich hierher geholt werden. Die Regierung muss die Lufthansa im Pendelverkehr dazu fliegen lassen. Rund um die Uhr. Deutschland ist ein reiches Land und kann noch viele Arme und Hilfsbedürftige aufnehmen. Das Boot ist noch lange nicht voll, sagt auch das UN Flüchtlingshilfswerk.
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