Dublin - Die Iren haben über einen neuen Präsidenten abgestimmt. Nach ersten Auszählungsergebnissen lag am Freitag der frühere Kulturminister und Dichter Michael Higgins vorn. Wegen des komplizierten Wahlsystems dürfte das offizielle Wahlergebnis allerdings erst am Samstag vorliegen.
Higgins machte sich auch als Verfechter der Rechte der Palästinenser einen Namen. Unter seinen Konkurrenten waren der frühere Kommandeur der Untergrundorganisation IRA, Martin McGuinness, und der unabhängige Kandidat Sean Gallagher - ein Geschäftsmann, der durch eine Reality-Sendung im Fernsehen bekannt wurde.
Nach Auszählung der ersten Wahlkreise hat der unabhängige Kandidat Sean Gallagher seine Niederlage bei der irischen Präsidentschaftswahl anerkannt. Er habe den Kandidaten der Labour-Partei, Michael Higgins, am Freitag angerufen, um ihm zu seinem Wahlsieg zu gratulieren, erklärte Gallagher. Higgins werde als Präsident seine volle Unterstützung haben. Der 70-jährige Dichter und frühere Kulturminister lag ersten Ergebnissen zufolge bei rund 40 Prozent und Gallagher bei etwa 28,5 Prozent vor McGuinness mit knapp 14 Prozent.
Der Wahlsieger wird die Nachfolge von Präsidentin Mary McAleese antreten, die nach zwei siebenjährigen Amtszeiten nicht mehr kandidieren durfte. Rund 3,1 Millionen Wahlberechtigte waren am Donnerstag aufgerufen, ihren neuen Präsidenten zu wählen. Sie hatten die Möglichkeit, ihre persönliche Präferenz für alle sieben Kandidaten zu bekunden. Nach Angaben der Wahlkommission lag die Beteiligung bei 58 Prozent.
Der Abstimmung war ein bisher beispiellos schmutziger Wahlkampf vorausgegangen. Das Amt des Präsidenten hat in dem hoch verschuldeten Irland vor allem eine repräsentative Funktion.
bos/AFP/Reuters
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