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Krisenstaat in Afrika: Keita triumphiert bei Präsidentenwahl in Mali

Politiker Keita (Archivbild): Klarer Favorit, klares Ergebnis Zur Großansicht
AP/dpa

Politiker Keita (Archivbild): Klarer Favorit, klares Ergebnis

Die Stimmen sind noch nicht ganz ausgezählt, doch der Gegenkandidat räumt die Niederlage bereits ein: Ibrahim Boubacar Keita wird neuer Präsident von Mali. In der Stichwahl liegt er offenbar uneinholbar vorn. Auf ihn warten gewaltige Aufgaben in dem zerrütteten Land.

Bamako - Das erwartete Wahlchaos in Mali ist offenbar ausgeblieben, auch die Stichwahl um das Amt des Präsidenten verlief vergleichsweise reibungslos. Noch steht zwar das endgültige Ergebnis aus, ein Sieger aber dennoch schon fest: Ibrahim Boubacar Keita soll das Land aus der Dauerkrise führen.

Einen Tag nach der Stichwahl um das Präsidentenamt in dem westafrikanischen Staat hat Ex-Finanzminister Soumaila Cissé am Montagabend seine Niederlage eingestanden. Laut seinen Worten lag der ehemalige Ministerpräsident Keita bei der Auszählung offenbar uneinholbar vorne. "Ich bin zu ihm gegangen, um ihm zu gratulieren und ihm viel Glück zu wünschen", sagte Cissé dem französischen Sender RFI.

Ein Mitarbeiter Keitas bestätigte der Nachrichtenagentur dpa die Angaben. "Du bist mein großer Bruder, und es ist die Pflicht des kleinen Bruders, in das Haus des Älteren zu gehen und ihm zum Sieg zu gratulieren", soll Cissé erklärt haben. Nach dem ersten Urnengang hatte sein Lager noch von Unregelmäßigkeiten bei der Abstimmung gesprochen.

Neuaufbau im Norden

Der 68-jährige Keita hatte bereits im ersten Wahlgang fast 40 Prozent der Stimmen erhalten und galt als klarer Favorit bei der Stichwahl. Unter anderem stand auch die Armee hinter dem Kandidaten. Keita, von seinen Fans kurz "IBK" genannt, war von 1994 bis 2000 Regierungschef und später Parlamentspräsident. Er hatte sich schon mehrmals um das Präsidentenamt beworben, aber jeweils gegen den langjährigen Staatschef Amadou Toumani Touré verloren.

Trotz der Drohungen von Dschihadisten und Tuareg-Rebellen war die Abstimmung friedlich verlaufen. Beobachter sprachen von einem historischen Tag. Tausende französische und afrikanische Soldaten waren im Einsatz, um die Sicherheit der Wähler zu gewährleisten.

Eineinhalb Jahre nach einem Militärputsch warten auf den neuen Präsidenten große Aufgaben. Er muss das gespaltene Land versöhnen und das seit mehr als einem Jahr andauernde Chaos in vielen Gegenden entwirren.

Nachdem der Norden zeitweise von Islamisten und Separatisten besetzt war, muss die Region ganz neu aufgebaut werden. Erst ein Eingreifen französischer und afrikanischer Soldaten im Januar hatte die Gewaltherrschaft beendet. Außerdem erwarten den Staatschef Probleme wie Arbeitslosigkeit, Armut und fehlende Infrastruktur.

jok/dpa/Reuters

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insgesamt 3 Beiträge
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1. Nun ja, ein neuer Tag
ratxi 13.08.2013
Zitat von sysopAP/dpaDie Stimmen sind noch nicht ganz ausgezählt, doch der Gegenkandidat räumt die Niederlage bereits ein: Ibrahim Boubacar Keita wird neuer Präsident von Mali. In der Stichwahl liegt er offenbar uneinholbar vorn. Auf ihn warten gewaltige Aufgaben in dem zerrütteten Land. http://www.spiegel.de/politik/ausland/praesidentenwahl-in-mali-ibrahim-boubacar-keita-feiert-sieg-a-916209.html
Nun ja, ein neuer Tag, eine neue Chance. Warten wir´s ab. Einen zukünftigen Milliardär kat Mali ja jetzt schon mal...
2. Und,hat er nun die Eier dazu sein Land nach vorne zu bringen ??
kampftier 13.08.2013
Denn etwas anderes ist im Moment in Afrika nicht Gefragt ..
3. na und?
zephyros 13.08.2013
das bedeutet nur, dass ab jetzt ein anderer Autokrat seine Günstlinge sich die Taschen voll machen bis es kracht. Die Bevölkerung hat sicherlich nichts davon.
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Bevölkerung: 16,259 Mio.

Fläche: 1.240.194 km²

Hauptstadt: Bamako

Staatsoberhaupt:
Ibrahim Boubacar Keita

Regierungschef: Mobido Keïta

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