Mexico City - Andres Manuel López Obrador will seine Niederlage nicht hinnehmen: Der bei der Präsidentenwahl in Mexiko als Zweiter ins Ziel gegangene linke Kandidat hat auf einer Pressekonferenz erklärt, er könne das Ergebnis nicht akzeptieren und werde zu gegebener Zeit beweisen, dass die Partei der Institutionalisierten Revolution (PRI) fünf Millionen Stimmen gekauft habe. Am Donnerstag will Obrador demnach über seine weiteren Schritte entscheiden.
Bei der Präsidentenwahl vom 1. Juli war PRI-Kandidat Enrique Peña Nieto mit einem Vorsprung von 6,6 Prozentpunkten gegenüber dem zweitplatzierten Obrador von der linksgerichteten Partei der Demokratischen Revolution (PRD) zum Sieger gekürt worden. Doch schnell wurden Vorwürfe laut, es habe Unregelmäßigkeiten bei der Wahl gegeben, unter anderem soll die PRI in großen Umfang Stimmen gekauft haben. Eine von der Wahlkommission angeordnete Neuauszählung von mehr als der Hälfte der Wahlurnen blieb jedoch folgenlos. Nun hat das Bundeswahlgericht bis September Zeit, die Vorwürfe zu prüfen.
Am Wochenende hatten rund 50.000 Menschen in Mexico City gegen den Wahlsieger protestiert. Unter anderem trugen sie Plakate mit der Aufschrift "Peña, wie viel hat es gekostet, Präsident zu werden?" In Sprechchören beschuldigten sie den Wahlsieger Peña Nieto, Wähler mit Geschenken und Gutscheinen bestochen sowie sich die Unterstützung der beiden wichtigsten Fernsehsender Mexikos gekauft zu haben.
López Obrador hatte bereits vor sechs Jahren die Präsidentenwahl verloren und fühlte sich um seinen Sieg gebracht. Aus Protest hatten er und seine Anhänger damals Teile von Mexico City wochenlang blockiert.
fdi/Reuters
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