Präsidentenwahl in Russland: Demo-Duell in Moskau
"Putin ist super!" skandieren seine Fans, die Gegner protestieren mit weißen Ballons gegen eine erneute Präsidentschaft des amtierenden Premiers. In Moskau haben Zehntausende für und gegen Wladimir Putin demonstriert.
Moskau - Bei zwei Großdemonstrationen in Moskau haben Gegner und Anhänger von Regierungschef Wladimir Putin jeweils Zehntausende Menschen mobilisiert. Die Polizei sprach am Samstag von insgesamt mehr als 130.000 Demonstranten bei den größten Aktionen seit etwa zwei Jahrzehnten - und das bei Temperaturen von knapp minus 20 Grad.
Einen Monat vor der Präsidentenwahl am 4. März, bei der Putin als Spitzenkandidat antritt, spitzt sich die Konfrontation von Putins Gegnern und Anhängern zu. Die Opposition fordert ehrliche Wahlen, die Entlassung des Putin-hörigen Wahlkommissionschefs und mehr politische Freiheiten.
Putins Anhänger warnen dagegen vor der Gefahr einer "Revolution in Orange" wie in der Ukraine 2004. Die Opposition strebe in Wahrheit einen von den USA finanzierten Umsturz an, heißt es dort. "Putin ist super!" und "Chaos - nein, Putin - ja!" war auf Transparenten zu lesen. Vor allem Beschäftigte von Staatsunternehmen und Lehrer nahmen an dieser Kundgebung teil.
Über die exakte Teilnehmerzahl gibt es unterschiedliche Angaben. Das Innenministerium sprach von 100.000 Teilnehmern allein bei der Pro-Putin-Aktion. Die Zahl der Demonstranten bei der Oppositionskundgebung gaben die Behörden dagegen mit 34.000 an. Die Organisatoren der oppositionellen Demonstration sprachen ihrerseits von mindestens 100.000 Teilnehmern.
Die Behörden hatten erstmals einen Protestzug der Opposition mit angemeldeten 50.000 Demonstranten durch das Zentrum zugelassen. Putins Gegner fürchten, dass der Regierungschef durch einen manipulierten Urnengang zum dritten Mal in den Kreml einzieht. Er war bereits von 2000 bis 2008 Präsident.
Auch verlangen sie eine Wiederholung der Parlamentswahl vom Dezember, bei der es nach ihrer Ansicht zu Wahlbetrug kam. Zu dem Anti-Putin-Umzug versammelten sich Demonstranten unterschiedlicher Parteien und aller Altersgruppen. Viele Demonstranten trugen weiße Luftballons und Bänder als Zeichen für ihr Ziel eines friedlichen politischen Wandels in Russland.
In der Hauptstadt waren 9000 Sicherheitskräfte im Einsatz. Die Agentur Interfax meldete aus zahlreichen Städten Kundgebungen mit insgesamt mehreren tausend Teilnehmern.
boj/dpa
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