Präsidentschaftskandidatur Newt Gingrich will Obama herausfordern

Barack Obama hat seinen ersten offiziellen Herausforderer: Newt Gingrich will für die Republikaner bei der Präsidentenwahl 2012 antreten - und verkündete seine Absicht ganz zeitgemäß per Twitter.

Politiker Gingrich: Kandidatur angekündigt
AFP

Politiker Gingrich: Kandidatur angekündigt


Washington - "Heute kündige ich meine Kandidatur für das Präsidentenamt der Vereinigten Staaten an": Mit wenigen Worten auf Twitter hat Newt Gingrich den Wahlkampf um das Weiße Haus offiziell eröffnet. Der republikanische ehemalige Parlamentspräsident ist damit formell Herausforderer des Amtsinhabers Barack Obama, der bereits eine Kampagne für seine Wiederwahl begonnen hat. Gingrich sagte seinen Anhängern, sie sollten Mittwochabend (Ortszeit) den TV-Sender Fox anschalten, dort werde er über seine Kandidatur sprechen.

Bevor Gingrich zu einem direkten Duell mit Obama antreten kann, muss er die parteiinterne Vorauswahl für sich entscheiden. Es wird erwartet, dass andere Republikaner in den kommenden Wochen ebenfalls offiziell in den Vorwahlkampf der Republikaner einsteigen.

Vor Gingrich hatte bereits Mitt Romney als erstes politisches Schwergewicht der Republikaner die Weichen für eine Kandidatur bei der Präsidentschaftswahl 2012 gestellt. Der ehemalige Gouverneur des Bundesstaats Massachusetts gründete ein Komitee, das die Chancen seiner Bewerbung ausloten soll - verkündete aber noch nicht abschließend, ob er tatsächlich antreten werde.

Auch der ehemalige Gouverneur von Minnesota, Tim Pawlenty, lässt seine Chancen für eine Kandidatur ausloten. Ihm werden aber nur geringe Chancen eingeräumt. Als weitere mögliche Kandidaten gelten unter anderen der Ex-Gouverneur von Arkansas, Mike Huckabee, sowie zwei Frauen von der erzkonservativen Tea-Party-Bewegung, Sarah Palin und Michele Bachmann.

Gingrich steht für polarisierende Politik

Gingrich hatte in den vergangenen Monaten bereits Andeutungen gemacht, die auf seine Ambitionen schließen ließen. Zudem war eine Web-Seite online gegangen: NewtExplore2012.com. Dort präsentierte er sich nebst Gattin Callista mit der Ankündigung: "Wir freuen uns darauf herauszufinden, ob es genügend Unterstützung für meine potentielle Kandidatur als Präsident dieses außergewöhnlichen Landes gibt." Inzwischen heißt die Seite nur noch "newt.org".

Der 67-Jährige war von 1995 bis 1999 Präsident des Abgeordnetenhauses in Washington. Damals galt er als einer der ärgsten Widersacher des damaligen demokratischen Präsidenten Bill Clinton.

Für viele Amerikaner steht Gingrich nach wie vor für wenig rühmliche Kapitel der Washingtoner Politik, wegen seiner Beteiligung am Amtsenthebungsverfahren gegen Clinton etwa und an der extrem polarisierenden Politik der Republikaner damals. Außerdem hängen dem selbsternannten Moralapostel etliche Frauengeschichten nach, darunter zwei Scheidungen und Affären mit jüngeren Damen. Nach seinem Rückzug aus Washington hatte Gingrich versucht, als Autor, Aktivist, TV-Kommentator und Thesenpapst zu reüssieren.

ulz/dpa/AP



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insgesamt 19 Beiträge
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Seite 1
ThorstenNYC 12.05.2011
1. Schnee von gestern
Newt Gingrich … … ist ein alter, nörgelnder Mann. Der wird’s ganz bestimmt nicht werden. Schließlich ist das äußere Erscheinungsbild hier unheimlich wichtig. Außerdem war Gingrichs große Stunde schon vor mehr als 15 Jahren (und seitdem kam nix mehr). Nichts ist meinen Landsleuten noch weniger sympathisch als Schnee von gestern. (OK, McCain war auch weißhaarig, hatte aber [völlig grundlos] ein Image als unkonventioneller, frischer – und damit irgendwie auch junger – Querdenker. Und letztendlich ist er ja auch grandios gescheitert.)
plana 12.05.2011
2. ...
Mehr zu Newt Gingrich auch in Dave Barrys wunderbarem Buch "Die Achse des Blöden" Seite 65ff
chris712 12.05.2011
3. Ron Paul
Ron Paul 2012. Alles Andere ist Status quo!
chatter 12.05.2011
4. Werbung im redaktionellen Teil
"...und verkündete seine Absicht ganz zeitgemäß per Twitter." Warum machen Sie im redaktionellen Teil Werbung für Unternehmen, die sowieso bereits Marktführer sind? Apple, Microsoft, Google, Facebook, Twitter - diese Firmen haben alle gemeinsam, dass sie unsere Privatsphäre massiv ausspionieren und bedrohen, und dass sie vom Spiegel heiß und innig geliebt werden. Passt so gar nicht zu meinem (Wunsch-)Bild vom Spiegel.
semper fi, 12.05.2011
5. -
Zitat von sysopBarack Obama hat seinen ersten offiziellen Herausforderer: Newt Gingrich will für die Republikaner bei der Präsidentenwahl 2012 antreten - und verkündete seine Absicht ganz zeitgemäß per Twitter. http://www.spiegel.de/politik/ausland/0,1518,762039,00.html
Ach Leute, etwas mehr Sorgfalt bitte. Gingrich ist (noch?) nicht "formell der Herausforderer des Amtsinhabers ...". Um das zu werden, muss er erst einmal die Vorwahlen gewinnen. Im nächsten Absatz wird es ja auch gleich wieder einigermassen richtig gestellt. Versteht das der durschnittliche SPON-Forumsleser?
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