Präsidentschaftswahl: Mazedonien besteht den Demokratietest

Im vergangenen Jahr gab es Schießereien bei den Parlamentswahlen in Mazedonien - doch die Präsidentschaftswahlen am Sonntag verliefen friedlich. Der Kandidat des Regierungslagers liegt ihn Führung - muss aber wohl in die Stichwahl.

Skopje - Die Präsidentschaftswahlen in Mazedonien sind ohne Zwischenfälle verlaufen. Nach der von Gewalt überschatteten Parlamentswahl im Juni 2008 galt der Urnengang auch als Demokratietest für das Land, das eine Mitgliedschaft in der EU und der Nato anstrebt. Rund 8500 Polizisten sorgten für einen reibungslosen Ablauf. Insgesamt waren knapp 1,8 Millionen Stimmberechtigte zur Wahl eines Nachfolgers für Amtsinhaber Branko Crvenkovski aufgerufen.

Wahlplakat des führenden Georgi Ivanov in der Hauptstadt Skopje: Wahl als Demokratietest
DPA

Wahlplakat des führenden Georgi Ivanov in der Hauptstadt Skopje: Wahl als Demokratietest

Nach Angaben der Wahlkommission müssen die Kandidaten von Regierung und Opposition in zwei Wochen eine Stichwahl um das Amt des Staatsoberhauptes bestreiten. Der vom Regierungslager aufgebotene Georgi Ivanov sei Erster, der Oppositionsvertreter Ljubomir Frckovski Zweiter geworden, sagte die Wahlkommission mit. Ivanov habe 39 Prozent, sein Herausforderer 20 Prozent der Stimmen erzielt. Die Stichwahl soll am 5. April stattfinden.

Die Wahl am Sonntag fand unter scharfen Sicherheitsvorkehrungen statt. Die Regierung hoffte, mit einem friedlichen und fairen Wahlverlauf zeigen zu können, dass das Land bereit sei für Beitrittsverhandlungen mit EU und der Nato.

Die Parlamentswahl im vorigen Jahr war überschattet von Schießereien zwischen rivalisierenden Parteien der albanischstämmigen Bevölkerung, bei denen ein Mensch getötet und mehrere Personen verletzt wurden. Außerdem gab es Unregelmäßigkeiten bei der Stimmabgabe. Von Ausschreitungen oder Unregelmäßigkeiten bei der Präsidentenwahl war zunächst nichts bekannt. "Es sieht so aus, als ob alles in Ordnung war. Es war ruhig und es herrschte eine positive Atmosphäre", sagte der EU-Gesandte Erwan Fouéré.

beb/dpa/AFP

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