Präsidentschaftswahlen: Putin unterstellt Opposition Mordpläne

Kurz vor den Wahlen beschuldigt Premier Putin seine Kritiker, Ausschreitungen zu planen. Die Opposition sehe es auf Gewalt ab, es könne gar ein Mordkomplott geben. "Dieses Volk ist zu allem fähig", sagte der Regierungschef.

Premier Putin in Moskau: "Dieses Volk ist zu allem fähig" Zur Großansicht
DPA / Alexey Druginyn / Ria Novosti / Government Press Service

Premier Putin in Moskau: "Dieses Volk ist zu allem fähig"

Moskau - Vier Tage vor der Präsidentschaftswahl hat Russlands Premier Wladimir Putin der Opposition erstmals vorgeworfen, Gewalt und Ausschreitungen im Umfeld der Wahl zu planen. "Sie wollen irgendwelche Zusammenstöße und steuern darauf nach Kräften hin", sagte Putin am Mittwoch bei einem Treffen mit Unterstützern in Moskau. "Dieses Volk ist zu allem fähig."

Einige Regierungsgegner wollten nach der Abstimmung an diesem Sonntag provozieren, sagte der Ex-Geheimdienstchef nach Angaben der Agentur Interfax. Kremlgegner haben für Montag zu einer neuen Großdemonstration aufgerufen.

Zugleich deutete er an, dass es ein Mordkomplott gegen eine sehr berühmte Persönlichkeit gebe. "Sie suchen unter sehr bekannten Leuten nach einem Opfer", sagte Putin. "Sie könnten, fürchte ich, jemanden umnieten und dann den Behörden dafür die Schuld in die Schuhe schieben." Die Verschwörung erfolge vom Ausland aus. Putin hat im Wahlkampf wiederholt erklärt, die USA fachten die Proteste an, um Russland zu schwächen.

Zudem warnte Putin, die Opposition plane, Wahlzettel zu fälschen und dies der Führung anzulasten. "Sie bereiten sich darauf vor, irgendwelche Mechanismen zu benutzen, die beweisen sollen, dass die Wahlen manipuliert werden", sagte der 59-Jährige. "Das sehen wir bereits, das wissen wir schon."

Putin gilt als aussichtsreichster Kandidat bei der Wahl und will nach den Jahren 2000 und 2004 zum dritten Mal in den Kreml einziehen. Spannend ist lediglich, wie korrekt die Abstimmung formal verläuft und ob der 59-Jährige bereits im ersten Wahlgang mehr als 50 Prozent der Stimmen bekommt, um zum dritten Mal Präsident zu werden.

In den vergangenen Wochen hatten landesweit Zehntausende Demonstranten Putin ungewohnt scharf kritisiert.

Erst am Montag wurden zwei Männer in der Ukraine festgenommen, die angeblich einen Anschlag auf Putin in Odessa geplant hatten. Daraufhin wurde spekuliert, dass zumindest der Zeitpunkt, die Anschlagspläne jetzt öffentlich zu machen, propagandagetrieben sein könnte, damit Putin sich als starker Mann und Garant der Sicherheit profilieren kann.

fab/dpa/dapd

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Forum - Präsidentschaftswahl in Russland - ist Putin noch der Richtige?
insgesamt 302 Beiträge
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1. Stärke und Stabilität
duk2500 26.02.2012
Russland braucht nach dem Desaster des Kommunismus und den Chaos der Übergangszeit jetzt Stabilität und eine starke Führung zur weiteren politischen und wirtschaftlichen Entwicklung des Landes. Daran hat der Westen leider kein Interesse. Befremdlich auch wie viele westliche Intellektuelle die nie oder nur halbherzig die kommunistischen Diktaturen kritisierten, jetzt lautstark gegen bestimmte und notwendige Eigenarten der "gelenkten Demokratie" protestieren.
2.
Finnländer 26.02.2012
Bringen Sie doch erstmal ihre Fakten zusammen: 35.000 waren das Ziel. Ihr Aufmacher auf der Titelseite: Die Veranstalter sprechen von 30.000, die Polizei von 11.000 Teilnehmern. Es werden also wohl um die 15.000 gewesen sein.
3. 3
LaRussophobe 26.02.2012
Zitat von sysopWas denken Sie - ist Putin der Richtige, um Russland in den kommenden Jahren zu führen? Oder ist eine Erneuerung des Landes mitsamt der politischen Institutionen überfällig?
Ja, überfällig. Denn Putins dritte Amtszeit steht unter einem anderen Stern als der vom Ölpreis gepushte Einstieg des ehemaligen Geheimdienstlers vor zwölf Jahren. Inzwischen sind Staat und Infrastruktur zerfallen und die Korruption zerfrisst die verbliebenen Reste. Die überfällige Modernisierung in Armee, Bildungs- und Gesundheitswesen wurde schon in satten Zeiten versäumt. Und die von Putin nun installierte Elite wird sich um sie trotz gegenläufiger Rhetorik auch in den nächsten Jahren nicht kümmern. Russland droht der weiter beschleunigte Abstieg in Richtung Dritte Welt. Putins nächste Amtszeit steht unter dem Stern des Zerfalls: Die neue Dritte Welt - taz.de (http://www.taz.de/!78808/)
4. Lachnummer
M67 26.02.2012
Diese Anzahl der Demonstranten bei einer 11 Millionenstadt wie Moskau ist einfach nur lächerlich. Was soll dieser Bericht eigentlich bedeuten. Kohl war 16 Jahre Bundesknzler der BRD, darüber regt sich keiner auf. Laßt doch endlich Russland in Ruhe und kümmert Euch um die Ungerechtigkeiten in diesem Lan, da haben wir alle Hände voll zu tun. Einfach nur langweilig das ewige Gezedere.
5. Der Übereifer des Westens
michaelslo 26.02.2012
Zitat von sysopWladimir Putin wird aller Vorraussicht nach neuer Präsident Russlands. Trotz der seit Monaten anhaltenden Proteste gegen ihn und das politische System, welches sich unter ihm in den vergangenen 12 Jahren etabliert hat. Was denken Sie - ist Putin der Richtige, um Russland in den kommenden Jahren zu führen? Oder ist eine Erneuerung des Landes mitsamt der politischen Institutionen überfällig?
hat den Wunsch zum Vater des Gedankens. Eine starke Persönlichkeit - der richtige Mann für dieses Riesenreich - ist gut für Russland, schlecht für den Westen. Eine Marionette wäre dem Westen lieber. Jedwede "Proteste werden so aufgebauscht, als ob diese von Wladiwostok bis Smolensk reichen würden. Die ständigen Kritiker Putins sollten die Wahlbeteiligung in der BRD beachten - darauf kann der Westen nicht stolz sein.
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