Moskau - Vier Tage vor der Präsidentschaftswahl hat Russlands Premier Wladimir Putin der Opposition erstmals vorgeworfen, Gewalt und Ausschreitungen im Umfeld der Wahl zu planen. "Sie wollen irgendwelche Zusammenstöße und steuern darauf nach Kräften hin", sagte Putin am Mittwoch bei einem Treffen mit Unterstützern in Moskau. "Dieses Volk ist zu allem fähig."
Einige Regierungsgegner wollten nach der Abstimmung an diesem Sonntag provozieren, sagte der Ex-Geheimdienstchef nach Angaben der Agentur Interfax. Kremlgegner haben für Montag zu einer neuen Großdemonstration aufgerufen.
Zugleich deutete er an, dass es ein Mordkomplott gegen eine sehr berühmte Persönlichkeit gebe. "Sie suchen unter sehr bekannten Leuten nach einem Opfer", sagte Putin. "Sie könnten, fürchte ich, jemanden umnieten und dann den Behörden dafür die Schuld in die Schuhe schieben." Die Verschwörung erfolge vom Ausland aus. Putin hat im Wahlkampf wiederholt erklärt, die USA fachten die Proteste an, um Russland zu schwächen.
Zudem warnte Putin, die Opposition plane, Wahlzettel zu fälschen und dies der Führung anzulasten. "Sie bereiten sich darauf vor, irgendwelche Mechanismen zu benutzen, die beweisen sollen, dass die Wahlen manipuliert werden", sagte der 59-Jährige. "Das sehen wir bereits, das wissen wir schon."
Putin gilt als aussichtsreichster Kandidat bei der Wahl und will nach den Jahren 2000 und 2004 zum dritten Mal in den Kreml einziehen. Spannend ist lediglich, wie korrekt die Abstimmung formal verläuft und ob der 59-Jährige bereits im ersten Wahlgang mehr als 50 Prozent der Stimmen bekommt, um zum dritten Mal Präsident zu werden.
In den vergangenen Wochen hatten landesweit Zehntausende Demonstranten Putin ungewohnt scharf kritisiert.
Erst am Montag wurden zwei Männer in der Ukraine festgenommen, die angeblich einen Anschlag auf Putin in Odessa geplant hatten. Daraufhin wurde spekuliert, dass zumindest der Zeitpunkt, die Anschlagspläne jetzt öffentlich zu machen, propagandagetrieben sein könnte, damit Putin sich als starker Mann und Garant der Sicherheit profilieren kann.
fab/dpa/dapd
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