Präzisionsbomben USA rüsten Israel gegen Iran auf

5000 Satelliten gesteuerte Präzisionsbomben wollen die USA an Israel liefern. Darunter sollen auch 500 so genannte "Bunker-Brecher" sein. Sicherheitsexperten gehen davon aus, dass das Teheraner Atomprogramm Anlass für die Lieferung ist.


Iranische Atomanlage in Buschehr: Israel rüstet gegen die iranischen Atomambitionen auf
REUTERS

Iranische Atomanlage in Buschehr: Israel rüstet gegen die iranischen Atomambitionen auf

Jerusalem - "Das sind keine Waffen, die an der Palästinenser-Front gebraucht werden. Israel könnte die "Bunker-Brecher" gegen Iran oder möglicherweise Syrien einsetzen", verlautet es aus den Sicherheitskreisen, die damit einen Bericht der Zeitung "Haaretz" bestätigten. Weder die US-Botschaft in Israel noch das israelische Verteidigungsministerium waren zu einer Stellungnahme bereit.

"Bunker-Brecher" sind rund eine Tonne schwere Bomben, die tief in den Untergrund eindringen und zwei Meter dicke Betonmauern durchschlagen können. Israel könnte damit möglicherweise die unterirdischen Atomanlagen des Iran zerstören.

Laut "Haaretz" hat das Pentagon den Verkauf der Waffen gegenüber dem US-Kongress damit begründet, dass Israel seinen militärischen "Qualitätsvorsprung" in der Region aufrecht erhalten müsse. Dies diene auch den strategischen und taktischen Interessen der Vereinigten Staaten.

Aus israelischen Regierungskreisen verlautete, der Waffenhandel habe keine politischen Schwierigkeiten mit sich gebracht, obwohl Israel schon bei den international stark kritisierten Liquidierungen von Hamas-Führern Präzisionsbomben eingesetzt hat.

Dem Zeitungsbericht zufolge soll das Geschäft mit einem Volumen von 319 Millionen Dollar nicht vor der Präsidentenwahl in den USA am 2. November abgeschlossen werden. Neben den 500 Bunker brechenden Bomben will Israel dem Zeitungsbericht zufolge 4500 weitere Lenkwaffen kaufen.

Im Jahr 1981 hatte Israel mit einem überraschenden Luftangriff die Baustelle des irakischen Atomreaktor "Osirak" zerstört, um den Bau von Atomwaffen durch den Irak zu verhindern. Die USA werfen jetzt Iran vor, hinter seinem zivilen Atomprogramm den Bau von Atomwaffen zu verbergen. Iran bestreitet dies und hat stets erklärt, sein Programm diene lediglich der Stromerzeugung.

Am Sonntag hat Iran die Forderung der Internationalen Atomenergiebehörde (IAEA) zurückgewiesen, seine Uran-Anreicherung auszusetzen. Heute begannen die Arbeiten zur Anreicherung von Uran. Vizepräsident Resa Aghasadeh erklärte, dass es erste erfolgreiche Tests zur Umwandlung von Natururan in das gasförmige Uranhexafluorid gegeben habe.

Dieses Material kann in Zentrifugen so sehr konzentriert werden, dass es entweder als Brennstoff für Atomkraftwerke oder aber auch für den Bau von Atomsprengsätzen verwendet werden kann. Von mehr als 40 Tonnen an verfügbarem Natururan sei bereits einiges für die Umwandlung verwendet worden, sagte Aghasadeh vor Journalisten in Wien. Die iranische Regierung besteht darauf, dass sie die Technik zur Urananreicherung für die Stromerzeugung benötige.

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