Türkische Grenze: Anschlag soll syrischer Opposition gegolten haben

Ausgebranntes Auto nach Explosion: Schwerer Anschlag an der Grenze Zur Großansicht
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Ausgebranntes Auto nach Explosion: Schwerer Anschlag an der Grenze

Die Detonation an einem türkischen Grenzübergang nach Syrien hatte laut Premier Erdogan einen terroristischen Hintergrund. Wem die Attacke galt, sagte er nicht. Die syrische Opposition vermutet die Drahtzieher jedoch im Assad-Regime.

Istanbul - Bei der Explosion am Montag an der türkisch-syrischen Grenze hat es sich um einen Bombenanschlag gehandelt. Das gab der türkische Regierungschef Recep Tayyip Erdogan am Dienstag vor dem Parlament in Ankara bekannt. Bei der Explosion eines Autos am Grenzübergang Cilvegözü in der südlichen Provinz Hatay waren mindestens 14 Menschen getötet und mehr als 20 schwer verletzt worden.

"Ein mit Bomben beladenes Fahrzeug konnte unseren Kontrollposten erreichen, weil der Kontrollposten auf syrischer Seite unbesetzt ist und nicht kontrolliert wird", sagte Erdogan.

Das explodierte Fahrzeug war nach Angaben der türkischen Regierung ein Kleinbus mit syrischem Kennzeichen, der aus Syrien eingereist war. Der Wagen stand zum Zeitpunkt der Explosion in einer Warteschlange von Hilfstransportern auf der türkischen Seite der Grenze.

Nach Informationen aus Oppositionskreisen galt die Attacke einer Delegation des Syrischen Nationalrates (SNC). Das regimekritische Nachrichtenportal All4Syria berichtete in der Nacht zum Dienstag, die Autobombe sei zu einer Zeit explodiert, als die Führungsriege des SNC an dem Grenzübergang Bab al-Hawa erwartet wurde.

Die Mitglieder des Rates wurden nicht verletzt, weil sich ihr Zeitplan verschoben hatte. Beobachter sehen in dem Anschlag einen Beweis dafür, dass es an der von Rebellen kontrollierten Grenze Informanten des Regimes von Präsident Baschar al-Assad gibt.

Der SNC ist ein wichtiges Mitglied der Nationalen Syrischen Koalition, einem Bündnis von Regimegegnern, das fast alle maßgeblichen Gruppierungen der Opposition bündelt. Der Delegation, die am Montag aus Syrien in die Türkei zurückkehrte, gehörten unter anderem der SNC-Vorsitzende George Sabra und Faruk Taifur von der Muslimbruderschaft an.

jok/AFP

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1. Urheber
waschm. 12.02.2013
Die Regierung in Damaskus dürfte keine Skrupel haben ein solchen Anschlag zu begehen. Angesichts der Sonstigen begangenen Verbrechen ist dessen Bedeutung eher gering. Vermutlich wird es bei diesem einmaligen Ereignis bleiben.
2. Kleinbus stand auf Türkischer Seit in Warteschlange
seneca55 12.02.2013
Die ganze türkische Seite wird von den syr. Aktivisten kontrolliert, die die Waffen der Helfer aus Qatar und Saudi Arabien via Türkei nach Syrien an die Aktivisten verteilen. Da scheint jetzt ein Potpurri an Lieferung etwas zu früh hooch gegangen zu sein, was bei Munitionstranporten immer wieder vorkommen soll. Alles hat seinen Preis, aber es werden immer noch ausreichend Waffen an Al Nursa verbracht werden können, oder Herr Erdogan?
3.
HeisseLuft 12.02.2013
Zitat von seneca55Die ganze türkische Seite wird von den syr. Aktivisten kontrolliert, die die Waffen der Helfer aus Qatar und Saudi Arabien via Türkei nach Syrien an die Aktivisten verteilen. Da scheint jetzt ein Potpurri an Lieferung etwas zu früh hooch gegangen zu sein, was bei Munitionstranporten immer wieder vorkommen soll. Alles hat seinen Preis, aber es werden immer noch ausreichend Waffen an Al Nursa verbracht werden können, oder Herr Erdogan?
Und wenn demnächst eine Moschee oder eine Kirche in Damaskus in die Luft fliegt, dann war es bestimmt ein geheimes Munitionslager von Assads Milizen, stimmt's? Denn: Damaskus wird ja von der syrischen Regierung kontrolliert. Reicht als Indiz. Armer Seneca, man kann ja von seinem Verhältnis zu Nero halten was man will, aber das hat er nicht verdient.
4. Hier ensteht ein zweites Kosovo.
karlomari 12.02.2013
Zitat von waschm.Die Regierung in Damaskus dürfte keine Skrupel haben ein solchen Anschlag zu begehen. Angesichts der Sonstigen begangenen Verbrechen ist dessen Bedeutung eher gering. Vermutlich wird es bei diesem einmaligen Ereignis bleiben.
Ich denke eher, das hat einen kriminellen Hintergrund. Gestern gab es in der Tagesschau ein sehr interessanten Bericht, wie das "freie" Syrien funktioniert. Wie man gut sehen kann,blüht in den syrischen befreiten Gebieten das Leben. FSA-Polizei,Scharia-Gerichte, Rechtsprechung im Namen Gottes, ein reger Handel,jeder hat seine eigene Kalaschnikow ... das mit der Demokratie wird nur auf später verschoben. Scheinbar haben die Befreier aber auch einen großen Mangel an deutschen Luxus-Karossen. Man hätte statt den Patriots lieber ein paar Beamte des BKA an die Grenze schicken sollen. Syrien: Rebellen nehmen im Norden Rechtsordnung in die Hand | tagesschau.de (http://www.tagesschau.de/ausland/syrien2550.html)
5. Ziel war syrische Opposition?
kf_mailer 12.02.2013
oder vielleicht El Kaida, die mit Hilfe der Türkei und des Westens muslismische Extremisten nach Syrien schleusen? Oder vielleicht haben sie es selbst inszeniert?
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