Hochzeit von Prinz Harry Wegen Obama soll es Streit über die Gästeliste geben

Darf Prinz Harry zu seiner Hochzeit Barack Obama einladen? Über diese Frage wird in England derzeit heftig diskutiert. Einem Medienbericht zufolge hat die britische Regierung Angst, Donald Trump zu düpieren.


Prinz Harry und der frühere US-Präsident Barack Obama kennen und mögen sich. Der Präsident und seine Familie gratulierten zuletzt öffentlich dem Mitglied des britischen Königshauses und seiner amerikanischen Freundin Meghan Markle zur Verlobung. Dass der Staatsmann a.D. nun aber zur Hochzeit der beiden kommen könnte, scheint die britische Regierung in diplomatische Nöte zu bringen.

Die britische Boulevardzeitung "The Sun" zitiert eine nicht näher genannte Quelle aus Regierungskreisen mit den Worten: "Harry hat klar gemacht, dass er die Obamas bei der Hochzeit dabei haben will, das führt zu einer Menge Nervosität."

Obamas Nachfolger Donald Trump "könnte sehr böse reagieren, wenn die Obamas zu einer königlichen Hochzeit kommen, bevor er die Chance hatte, die Königin zu treffen", hieß es. Eine offizielle Bestätigung oder eine Stellungnahme zu diesen Aussagen gibt es bislang nicht. US-Präsident Donald Trump wartet jedoch bereits seit Monaten auf einen Termin für seinen angekündigten Staatsbesuch bei der Queen in London.

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Prinz Harrys Hochzeitsfeier: Die Gestenliste

Die Hochzeit des 33-Jährigen gilt dem Bericht zufolge aber auch nicht als Staatsakt, weshalb die Regierung nur eine beratende Funktion habe. Die Gästeliste werde vom Buckingham Palace erstellt. Bereits Ende November hatte der "Telegraph" eine frühere Diplomatenquelle zitiert, sie wäre "überrascht", wenn Trump eine Einladung zu der Feier erhielte.

Aus seinem guten Verhältnis zu Obama macht Prinz Harry keinen Hehl. In einem bereits im Herbst aufgezeichneten und an diesem Mittwoch ausgestrahlten Interview für die britische BBC plaudert der Sohn von Prinz Charles und Prinzessin Diana mit Obama über sein Leben abseits des Weißen Hauses - in dem der frühere US-Präsident zumindest auch einen spitzen Kommentar unterbringt, der als Seitenhieb auf Trump verstanden werden kann.

Menschen mit Macht sollten vorsichtig sein, wenn sie Nachrichten über die sozialen Netzwerke absetzen, sagte Obama - allerdings ohne Trumps Namen zu erwähnen, der das Weltgeschehen häufig auf Twitter kommentiert.

Obama habe trotz einiger unerledigter Aufgaben das Weiße Haus mit einer "großen Gelassenheit" verlassen. Bei der Amtseinführung Trumps im Januar habe er vor allem an seine Frau Michelle, ihren Einsatz und ihre gemeinsame Partnerschaft gedacht. "Das war das erste, was mir durch den Kopf ging."

Die Gefühle seien aber gemischt gewesen, wegen "all der Arbeit, die noch nicht erledigt war" und "Sorgen, wie sich das Land in die Zukunft bewegt", sagte der 56-jährige Ex-Präsident. Jetzt ohne Agenda den Tag beginnen zu können, sei dennoch sehr befreiend, auch wenn er die Arbeit an sich vermisse.

Trotz der ansonsten seichten Themen des Interviews, in dem es auch um Musik - Obama findet Aretha Franklin besser als Tina Turner - und Basketball ging, war Harry hörbar nervös. Mit einem Scherz, ob er nun einen britischen Akzent auflegen solle, lockerte Obama die Atmosphäre.

apr/AP/dpa

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