Peking - Einer der prominentesten Menschenrechtsaktivist Chinas ist frei: Hu Jia ist laut seiner Ehefrau nach jahrelanger Haftstrafe aus dem Gefängnis entlassen worden. "Er ist zu seinen Eltern und mir zurückgekehrt", sagte seine Frau Zeng Jingyan am Sonntag (Ortszeit).
Im April 2008 verurteilte ein Gericht in Peking Hu Jia wegen Anstiftung zur Untergrabung der Staatsgewalt zu dreieinhalb Jahren Haft. Der 37-Jährige war vor allem durch seinen Einsatz für Aids-Kranke im ländlichen China bekannt geworden. Er hatte zahlreiche Artikel auf einer chinesischsprachigen Internetseite in den USA veröffentlicht sowie sich in Interviews mit ausländischen Medien kritisch geäußert.
Die Verurteilung Jias hatte weltweit Proteste ausgelöst: Die Stadt Paris ernannte den chinesischen Dissidenten wenige Wochen später zum Ehrenbürger. Das Europaparlament ehrte ihn im Oktober 2008 mit dem Sacharow-Preis für Meinungsfreiheit.
Die Haftentlassung des Dissidenten erfolgt rechtzeitig zur momentanen Europareise des chinesischen Ministerpräsident Wen Jiabao. Erst am Mittwoch war auch der systemkritische chinesische Künstler Ai Weiwei freigelassen worden. Die Festnahme des 54-Jährigen war international ebenfalls auf heftige Kritik gestoßen.
Nach Deutschland kommt Regierungschef Wen am Montag und Dienstag. Außenminister Guido Westerwelle will China bei den deutsch-chinesischen Regierungskonsultationen zur Einhaltung der Menschenrechte drängen.
fdi/Reuters/AP
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