Protest gegen Manöver Nordkorea kappt heißen Draht zum Süden

Seit 9 Uhr Ortszeit am Morgen herrscht Funkstille: Nordkorea hat eine wichtige Telefonverbindung zum Süden unterbrochen. Über die Leitung liefen bisher täglich zwei Anrufe. Zuvor hatten die USA und Südkorea ein weiteres Manöver in der Krisenregion gestartet.

Südkoreanische Soldaten an der Grenze zum Norden: Funkstille zwischen den Ländern
AP/dpa

Südkoreanische Soldaten an der Grenze zum Norden: Funkstille zwischen den Ländern


Pjöngjang/Seoul - Nordkorea lässt das ohnehin schlechte Verhältnis zum Nachbarn im Süden weiter eskalieren. Die Regierung hat eine wichtige Kommunikationsleitung mit Südkorea an der Grenze unterbrochen. Sie reagiert damit nach eigenen Angaben auf den Beginn neuer amerikanisch-südkoreanischer Militärübungen.

Nordkorea hebe das Telefon auf seiner Seite des Grenzorts Panmunjom nicht mehr ab, so eine Sprecherin des Vereinigungsministeriums in Seoul am Montag. "Wir haben um 9 Uhr angerufen, aber da war keine Antwort", sagte sie.

Über diese "Rote-Kreuz-Leitung" würden werktags normalerweise zwei Anrufe zwischen beiden Seiten erfolgen. Das Regime um Diktator Kim Jong Un hatte die Funkstille zuvor mehrfach angedroht. Eine weitere Verbindung zu Uno-Vertretern an der Grenze besteht noch - könnte aber als nächstes lahmgelegt werden.

Trotz der jüngsten militärischen Drohungen Nordkoreas starteten die südkoreanischen Streitkräfte mit US-Einheiten wie geplant ihre jährliche Übung zur Kommandoschulung ("Key Resolve"). Es handelt sich dabei um eine gemeinsame Kommandoschulung.

Seit Anfang März findet bereits die mehrwöchige Feldübung "Foal Eagle" in Südkorea statt. Insgesamt sollen bei den Waffenübungen 200.000 Soldaten zum Einsatz kommen, davon 10.000 aus den USA. Nordkorea unterstellt den USA, mit den Übungen einen Nuklearkrieg anzetteln zu wollen.

Serie von Drohgebärden

Nordkorea hatte zuletzt fast täglich vor einem Krieg gewarnt. Zugleich kündigte das kommunistische Land die Annullierung des Waffenstillstandsvertrags von 1953 zur Beendigung des Korea-Kriegs an, drohte den USA mit einem atomaren Erstschlag und erklärte einen Nichtangriffspakt mit Südkorea für ungültig.

Pjöngjang reagiert damit auf die Militärmanöver in Südkorea sowie auf den wachsenden internationalen Druck wegen seines Atomwaffenprogramms. Das Land hatte am 12. Februar einen weiteren Atomtest durchgeführt. Die Aktion war international scharf verurteilt worden. Sogar der engste Verbündete China war auf Distanz zum Regime in Pjöngjang gegangen.

jok/dpa/Reuters

Forum - Diskutieren Sie über diesen Artikel
insgesamt 70 Beiträge
Alle Kommentare öffnen
Seite 1
yarikata 11.03.2013
1.
wird der Bericht auch mal gegengelesen? "Zugleich kündigte das kommunistische Land die Annullierung des Waffenstillstandsvertrags von 1953 zur Beendigung des Korea-Kriegs angekündigt, den USA mit einem atomaren Erstschlag gedroht und einen Nichtangriffspakt mit Südkorea für ungültig erklärt. " Das passt auf keiner Kuhhaut. Aber zum Thema. Aus NK kommt doch nichts neues. Wie damals und heute. Hunde die kläffen, beißen nicht - sagt man so schön. Und der kleine Kim sucht nur Aufmerksamkeit.
anarchist38 11.03.2013
2. was ist da los?
dieser wahnsinniger Kim jr. bereitet seine Ende vor.
mattin666 11.03.2013
3. geduld
Da hat man bereits soviel geduld mit diesem freak bewiesen, irgendwann sollte schluss sein. die amerikaner & co haben schon soviel geld dort zur grenzsicherung ausgegeben, die nordkoreaner soviel leid erlitten... wann macht man dem endlich ein ende?
jouvancourt 11.03.2013
4. Profilieren !
Der junge Diktator, von aller Welt verspottet, muss seine Ehre retten und einfach einen Krieg anfangen! Immer nur Dinge anschauen und sich dabei fotografieren lassen, wird ihm auf die Dauer zu langweilig.
durrikan 11.03.2013
5. Hmm
Zitat von sysopAP/dpaSeit 9 Uhr am Morgen herrscht Funkstille: Nordkorea hat eine wichtige Telefonverbindung zum Süden unterbrochen. Über die Leitung liefen bisher täglich zwei Anrufe. Zuvor hatten die USA und Südkorea ein weiteres Manöver in der Krisenregion gestartet. http://www.spiegel.de/politik/ausland/protest-gegen-manoever-nordkorea-kappt-heissen-draht-zum-sueden-a-887980.html
Was erlauben Nordkorea? Obwohl - wenn ich von meinem Gegenüber die Schnauze voll habe, lege ich auch einfach den Hörer auf!
Alle Kommentare öffnen
Seite 1

© SPIEGEL ONLINE 2013
Alle Rechte vorbehalten
Vervielfältigung nur mit Genehmigung der SPIEGELnet GmbH


Die Homepage wurde aktualisiert. Jetzt aufrufen.
Hinweis nicht mehr anzeigen.