Protest gegen US-Beef Koreanische Demonstranten liefern sich Gefechte mit Polizei

Die Proteste in Südkorea gegen den Import amerikanischen Rindfleisches eskalieren: Mehr als 200 Menschen sind jetzt bei einer gewalttätigen Kundgebung in Seoul verletzt worden - 15 Polizisten sogar schwer.


Seoul - Nach Polizeiangaben wurden bei den Zusammenstößen in der Hauptstadt Seoul, die am späten Samstagabend begonnen hatten, 55 Randalierer festgenommen. Augenzeugen zufolge setzte die Polizei Wasserwerfer und Schlagstöcke gegen Demonstranten ein, die mit Stahlrohren zurückschlugen und Steine warfen. Nach Polizeiangaben wurden 114 Beamte verletzt, 15 von ihnen schwer.

Die Polizei hatte am Samstagabend einen Protestzug zum Präsidentenpalast gestoppt. Zuvor hatten rund 15.000 Menschen an einer Kundgebung gegen die Aufhebung eines 2003 verhängten Einfuhrverbots für US-Rindfleisch teilgenommen. Die südkoreanische Regierung hatte den Importstopp, den sie aus Furcht vor mit BSE infiziertem Rindfleisch erlassen hatte, im April aufgehoben. Die USA hatten angedroht, ein separates Freihandelsabkommen mit Südkorea nicht zu ratifizieren, wenn das Land seinen Rindfleisch-Markt nicht öffnet.

Kritiker bemängeln, dass es keine ausreichenden Sicherheitskontrollen für das importierte Rindfleisch gebe. Auch neue Sicherheitsgarantien, die Seoul mit den USA ausgehandelt hatte, konnten den Zorn der Bevölkerung nicht besänftigen. Die wochenlangen Proteste verschärften sich, als Südkorea am Donnerstag die Einfuhr von US-Rindfleisch wieder aufgenommen hatte.

US-Außenministerin Condoleezza Rice bat am Samstag bei ihrem Besuch in Südkorea die Bevölkerung, den Versicherungen beider Regierungen, dass von dem Fleisch keine Gefahr ausgehe, Glauben zu schenken.

Die Massenproteste haben Südkorea in eine schwere Regierungskrise gestürzt. Ministerpräsident Han Seung Soo und sein gesamtes Kabinett boten vor drei Wochen wegen der Krise ihren Rücktritt an. Präsident Lee Myung Bak ersetzte daraufhin mehrere hochrangige Mitarbeiter.

dab/AFP



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