100 Jahre "Ulster Convenant": Protestanten-Demo bleibt friedlich

Sie feiern ein 100 Jahre altes Manifest: 30.000 pro-britische Demonstranten sind durch Belfast gezogen. Der Marsch sollte an das "Ulster Convenant" erinnern, das 1912 die Loslösung vom katholischen Süden Irlands einleitete.

Demonstranten vor dem Parlament von Belfast: Tradition oder Provokation? Zur Großansicht
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Demonstranten vor dem Parlament von Belfast: Tradition oder Provokation?

Hamburg - Begleitet von einem massiven Polizeiaufgebot sind am Samstag zehntausende Protestanten durch die nordirische Hauptstadt Belfast gezogen. Schätzungsweise 30.000 Demonstranten versammelten sich seit dem Vormittag zu dem knapp zehn Kilometer langen Marsch. Damit handelte es sich um eine der größten pro-britischen Paraden, die je in Belfast abgehalten wurden.

Die nordirische Polizei sicherte den Marsch mit ihrem größten Einsatz seit 20 Jahren ab, wie die BBC berichtete. "Heute gab es eine überwältigende Stimmung von Würde und Respekt und Freude und Zusammenarbeit", sagte Polizeipräsident Matt Baggott dem Sender.

Mit dem Marsch erinnerten die Protestanten an das vor hundert Jahren geschlossene sogenannte Ulster Covenant. Das Dokument hatten 1912 fast eine halbe Million Protestanten unterzeichnet. Sie kündigten darin an, sich gegen Dublins Herrschaft zur Wehr zu setzen. Damit legten sie eine Grundlage dafür, dass Nordirland nach der Unabhängigkeit der Republik Irland Teil des Vereinigten Königreichs wurde.

Für die nordirischen Protestanten sind die Paraden, auf denen sie Banner tragen und traditionelle Musik spielen, ein wichtiger Ausdruck der Verbundenheit mit Großbritannien. Die Katholiken empfinden die Märsche hingegen als Einschüchterung und Provokation. Der Marsch vom Samstag führte auch an der katholischen St. Patrick's Kirche vorbei, so dass dort Zusammenstöße befürchtet werden mussten. Anfang September waren bei nächtlichen Ausschreitungen mehr als 60 Polizisten verletzt worden.

ric/AFP/dpa

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