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Protest für freie Wahlen: Zehntausende Demonstranten legen Hongkong lahm

Die Polizei setzt Tränengas und Schlagstöcke ein, trotzdem gehen in Hongkong immer mehr Menschen auf die Straße, um für freie Wahlen zu demonstrieren. Der Verkehr steht weitgehend still.

Hongkong - Die Demonstrationen für mehr Demokratie in Hongkong weiten sich aus. Im Finanzbezirk und im Regierungsviertel sind seit Freitagabend Tausende Menschen auf den Straßen, nun wird auch im Einkaufsbezirk Causeway Bay und im Stadtteil Mong Kok auf dem Festland protestiert.

Der Verkehr in der Stadt ist zu großen Teilen lahmgelegt. Mehr als 200 Buslinien sind betroffen, auch einige U-Bahnstationen sind geschlossen. Zahlreiche Banken riefen ihre Mitarbeiter dazu auf, am Montag von zu Hause oder anderen Büros aus zu arbeiten. Einige Schulen bleiben geschlossen.

Die Lage in der ehemaligen britischen Kronkolonie hat sich dramatisch zugespitzt: Die Polizei geht mit Schlagstöcken, Tränengas und Pfefferspray gegen die Demonstranten vor. In der Nacht auf Montag wurden 38 Menschen verletzt und 78 festgenommen. Die Regierung teilte am Morgen (MEZ) mit, sie habe die Bereitschaftspolizei aus den Straßen abgezogen.

Die Demonstranten protestieren gegen einen Beschluss der kommunistischen Führung Chinas, bei der Wahl des Chefs der Sonderverwaltungszone 2017 nur vorab ausgewählte Kandidaten zuzulassen. Damit ist eine Kandidatur von Regierungskritikern faktisch unmöglich. Seit der Rückgabe 1997 an China wird Hongkong nach dem Grundsatz "ein Land, zwei Systeme" als eigenständiges Territorium Chinas autonom regiert.

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Eskalation in Hongkong: Mit Regenschirmen gegen Tränengas
Angst vor einem Eingreifen der chinesischen Armee

Befürchtungen, dass die chinesische Armee der Polizei zu Hilfe kommen könnte, wies der Verwaltungschef von Hongkong, Leung Chun Ying, zurück. "Ich hoffe, dass die Bevölkerung ruhig bleibt und sich nicht von den Gerüchten in die Irre führen lässt", sagte er. "Wir wollen kein Chaos in Hongkong." Die Polizei werde dafür sorgen, dass die Ordnung wiederhergestellt werde. Bei der Ausübung ihrer Pflichten werde sie aber mit "äußerster Besonnenheit" vorgehen.

In einem offiziellen Statement der Polizei heißt es, es sei "absolut unwahr", dass sie auch Gummigeschosse gegen die Demonstranten eingesetzt habe.

vet/AP/dpa/Reuters

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1. Demokratie
conjure 29.09.2014
Wer einmal von diesem Nektar gekostet hat, will diesen nicht mehr so einfach her geben. Für Chinas Kommunisten könnte dies ein großes Problem werden, falls die Proteste Erfolg haben. Die Menschen auf dem Festland könnten sich fragen: Warum dürfen die frei wählen und wir nicht?
2. China erhebe dich!
Kat01 29.09.2014
Ganz China schaut dieser Tage nach HK. Ich wünsche allen Bürgern dieser Stadt einen positiven Verlauf der Demonstrationen und allen Chinesen eine schöne Golden Week!
3. warum das Theater um Gummischrot?
SichtausChina 29.09.2014
Gummischrot wird in der Schweiz noch vor Traenengas eingesetzt, weil es viel gezielter ist. Verstehe dieses Theater nicht. Unsere Polizei wuerde doch auch Traenengas und Gummischrot einsetzen, wenn Studenten versuchen, den Arbeitsverkehr zu stoeren oder gar Regierungsgebaeude zu besetzen. Natuerlich ist das illegal. Dazu brauchts doch keine Armee. Heute gibt es ja eben Gummischrot, im Gegensatz zu Peking 1989.
4. Ich wohne in Asien und haben Freunde in Hong Kong
dschungelmann 29.09.2014
Die Schilderungen hier sind reine Propaganda. NIE waren mehr als 5000 Menschen an diesen Demos beteiligt. Meine Freunde fuehren heute normal zur Arbeit in den Finanzdistrikt. Es gabe kleinere Behinderungen und Umleitungen. Wer hier den "Volksaufstand" herbeireden will , muss Absichten damit verbinden. Serioes ist das nicht
5. China...
fatherted98 29.09.2014
...wird sich ein demokratisches HongKong nicht leisten können. Die Demonstranten sollten nicht die Macht aus Peking unterschätzen...den Chinesen ist es egal was der Rest der Welt von ihnen denkt...im Ernstfall rollen Panzer an....was will der Rest machen...? Sanktionen...das ich nicht lache...wenn China auch nur einen Monat nix mehr liefert stehen bei uns alle Bänder still....anders als die Sache mit Russland....was schon blöd und schlimm genug ist.
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Hongkong: Proteste für freie Wahlen eskalieren

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