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Proteste gegen Gaza-Abzug: Scharon droht Siedlern

Radikale Gegner eines israelischen Abzugs aus dem Gaza-Streifen haben heute die Autobahnen nach Jerusalem und Tel Aviv gesperrt und die beiden Großstädte damit blockiert. Tausende Polizisten waren gegen die Demonstranten im Einsatz.

Proteste gegen Gaza-Abzug: Tel Aviv und Jerusalem blockiert
REUTERS

Proteste gegen Gaza-Abzug: Tel Aviv und Jerusalem blockiert

Mehrere Dutzend israelische Kinder und Jugendliche veranstalteten während des abendlichen Berufsverkehrs einen Sitzstreik auf der Fahrbahn. Die Polizei setzte Wasserwerfer ein, um die Menge zu zerstreuen. Zuvor hatten Demonstranten einen anderen Straßenabschnitt etwa eine Stunde lang blockiert, indem sie Öl und Nägel auf die Fahrbahn schütteten.

Israelische Soldaten vertrieben am Abend auch einige Dutzend Extremisten aus einem besetzten palästinensischen Haus am Rande der jüdischen Siedlung Schirat Hajam. Es gab mehrere Festnahmen. Die Abzugsgegner hatten angekündigt, das Land lahm legen zu wollen, um gegen die im August geplante Räumung von 25 Siedlungen im Gaza-Streifen und nördlichen Westjordanland zu protestieren.

Der israelische Ministerpräsident Ariel Scharon drohte, die Sicherheitskräfte würden mit "eiserner Faust" gegen Extremisten vorgehen. "Wir können nicht zulassen, dass Banden das Land untergraben. Wir müssen mit eiserner Faust gegen Hooligans vorgehen", sagte Scharon. Auf einer Kabinettssitzung sprach sich der Ministerpräsident nach Angaben von Teilnehmern auch dafür aus, Rabbiner zu bestrafen, die ihre Anhänger zum Widerstand gegen den für Mitte August geplanten Abzug aus dem Gaza-Streifen und vier Siedlungen im Westjordanland aufrufen.

Das israelische Militär flog indes einen Luftangriff auf ein Waffenlager im nördlichen Gaza-Streifen. In dem Gebäude befanden sich nach Angaben des Militärs Kassam-Raketen und Mörsergranaten. Bei dem Angriff wurde niemand verletzt.

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